Plätze
Jeden Tag zur Rushhour eine Katastrophe. Hier kreuzt sich der Altstadtring mit der Achse Haidhausen/Innenstadt. Beherrscht vom Isartor (1337 erbaut), dem einstigen Osttor der Stadt mit seinem kauzigen Valentin-Karlstadt-Musäum, ist hier das architektonische Hauptproblem von München genau zu studieren: mittelalterliche Befestigung, hässliche Nachkriegsbauten, mühsam Restauriertes und moderne Architektur als wirre Großstadtmixtur.
| Nahverkehr: |
S-Bahnhof Isartor |
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Karlsplatz / Stachus
© Tourismusamt München / Christl Reiter
Noch immer können sich die Straßenbahnschaffner nicht einigen, ob es jetzt Karlsplatz oder Stachus heißt. Historisch dagegen ist die Sache klar: Dieser Platz im Herzen der Stadt, angelegt nach dem Schleifen der Stadtbefestigung 1791 und nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit als angeblich verkehrsreichster Stadtknotenpunkt ganz Europas gerühmt (aber weit weniger imposant als Londons Piccadilly Circus oder die Place de la Concorde in Paris), wurde benannt nach dem wenig beliebten Kurfürsten Karl Theodor. Der Name Stachus dagegen dürfte, für München nicht untypisch, von dem ehemaligen Wirtshaus Stachusgarten stammen, das dort stand, wo heute der Kaufhof klotzt. Im Osten, rechts neben den neubarocken Geschäftshäusern des Architekten Gabriel von Seidl, steht, als Eingang zur Neuhauser Straße und zur Fußgängerzone, das dreibogige Karlstor, ein kleiner Rest der alten Befestigung aus dem 14. Jahrhundert. Zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde das gegenüberliegende Pini-Haus, Münchens rundes Eckhaus. Im ersten Untergeschoss entwickelte sich ein reges Geschäftsleben. Am Übergang zum Lenbachplatz, im Norden des Stachus, steht der strahlend weiße Justizpalast aus dem vergangenen Jahrhundert, Reverenz des Architekten Friedrich von Thiersch (1852-1921) an die Gotik, die Renaissance- und Barockkultur.
| U-Bahn: |
U-S-Bahnhof Stachus |
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Lenbachplatz und Lenbachhaus
© Michael Nagy / Presseamt München
Um die Jahrhundertwende entstanden und somit typisch für die damalige muntere, von keinerlei Ideologie eingepferchte Stadtplanung. Das "Künstlerhaus" von Gabriel von Seidl hat längst seine Bedeutung als Vereinshaus für Kunstschaffende verloren. Schräg gegenüber steht das ehemalige Bernheimer-Palais, ein Opfer des größten Immobilienskandals der Republik, der "Schneider-Pleite". Es wurde generös restauriert und mit einer hyper-edlen Gastronomie bestückt.
| PLZ/Stadt: |
80333 München |
| U-Bahn: |
U-S-Bahnhof Stachus |
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| Karte: |
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Marienplatz und Neues Rathaus
© Tourismusamt München
Seit Münchens Gründung gesellschaftlicher, kaufmännischer und architektonischer Stadtmittelpunkt. Die Mariensäule wurde 1638 aufgestellt. Hiermit löste der strenggläubige Kurfürst Maximilian I. ein Gelöbnis für eine Stiftung ein, für den Fall, dass München und Landshut unbeschädigt den Schwedenkrieg überstehen sollten. Mit diesem Bronzebildwerk Hubert Gerhards förderte der Fürst den zu dieser Zeit in Bayern beginnenden Marienkult. Heute ist der Marienplatz nicht nur fester Programmpunkt für jeden Touristen, vor allem um 11 und 12 Uhr wegen des Glockenspiels am Neuen Rathaus, sondern Endpunkt fast aller politischer Demonstrationen und Veranstaltungsort für jedwede städtische Kultur. Eine eigene Szene bilden die Straßenmusikanten, Gaukler und Pantomimen, die hier (oder in der Neuhauser Straße) mit amtlicher Genehmigung ihre Kunststückchen zum Besten geben und dabei ganz gut verdienen. Architektonisch aber ist der Marienplatz eher eine Missgeburt: Das überbordende Neue Rathaus erscheint viel zu dominant, und der Kaufhof gilt als Markenzeichen schlechten Architekturgeschmacks. Einen schönen Ausblick auf das quirlige Treiben hat man vom Café Glockenspiel gegenüber dem Neuen Rathaus.
| U-Bahn: |
U-S-Bahnhof Marienplatz |
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| Karte: |
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Open-Air-Schach auf der Münchner Freiheit
© Laura Januschke
Zum Gedenken an die Mitglieder des Widerstandes gegen das Hitlerregime wurde der ehemalige Feilitzschplatz nach dem Krieg umbenannt. Die Münchner Freiheit ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt, Drehscheibe Schwabings, Standort einiger Cafés und vor allem nachts ein lärmender Vergnügungspark. Dieser Platz ist symptomatisch für das Münchner Leben: wuselig, protzig, kaputt - aber auch liebenswert, originell, bunt und ab und zu sogar gemütlich, je nach Tageszeit und Lebensanschauung.
| U-Bahn: |
U 3/6 Münchner Freiheit |
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| Karte: |
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