Genau 2874 Luftkissen bilden die Außenhaut des neuen Fußballtempels, von den Einheimischen oft spöttisch als "Kloschüssel" bezeichnet. Dennoch ist er seit seiner Eröffnung im Mai 2005 eine der Top-Sehenswürdigkeiten der bayerischen Landeshauptstadt. Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben sich einen Spezialeffekt einfallen lassen: Wenn der FC Bayern spielt, leuchtet die Arena in heißem Rot, wenn der TSV 1860 zum Anpfiff erscheint, in kühlem Blau. Wer die versteckten Ecken der Arena erkunden will, kann bei einer Stadionführung sogar einen Blick in die Mannschaftsduschen werfen (außer an Spieltagen täglich um 11, 13, 15 und 17 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro, Tickets gibt's im Allianz-Arena-Shop).
Straße:
Werner-Heisenberg-Allee 25 (gut sichtbar von der Autobahn A 9 Richtung Nürnberg)
Tipp für Verliebte: Die bronzene "Julia" an der Südseite des über 500 Jahre alten, oft zerstörten und zuletzt nach dem Krieg nicht mehr ganz originalgetreu wieder errichteten Alten Rathauses ist ihre Schutzpatronin. Sie waltet, so will's der Volksmund, besonders aufmerksam, wenn man ihr ein paar Blumen zusteckt. Der Ballsaal mit seinem hölzernen Tonnengewölbe dient noch heute repräsentativen Empfängen. Hier ist auch das Spielzeugmuseum zu Hause. Täglich von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3,50 Euro.
Wo könnte die weibliche Symbolfigur Bayerns besser stehen als auf einer Anhöhe über der Theresienwiese, dem Schauplatz des Oktoberfestes? Errichtet 1850 durch Ludwig I., wacht die gusseiserne Dame über die Ruhmeshalle im Hintergrund, einen Tempel nach antikem Vorbild zu Ehren bayerischer Persönlichkeiten. Der Bau der 18 Meter hohen Statue galt als technisches Meisterwerk; heute hat man von der Aussichtsplattform im Bavaria-Kopf einen einzigartigen Ausblick auf die schräg gegenüberliegende St.-Paul-Kirche. Von April bis 15. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, während des Oktoberfestes täglich von 9 bis 20 Uhr, der Eintritt kostet 3 Euro.
Wer mit Kindern reist, darf das "Hollywood an der Isar" nicht versäumen. Auf dem 3,5 km² großen Gelände im Südosten Münchens findet seit 1919 deutsche Filmgeschichte statt. Hier haben die Großen der Zelluloidhistorie gedreht: Orson Welles, Alfred Hitchcock, Billy Wilder. Die Lollobrigida stand ebenso vor der Kamera wie Liz Taylor oder Romy Schneider. Auf den Führungen der Bavaria stehen der Besuch des U-Boot-Modells aus dem Petersen-Film "Das Boot" genauso auf dem Programm wie die Trickfiguren aus der "Unendlichen Geschichte" und Michael "Bully" Herbigs "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1". Es gibt mehrere Varianten, darunter eine mit Stuntshow und/oder 3D-Erlebniskino. Von März bis Oktober täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet, von November bis Februar täglich von 9 bis 15 Uhr, der Eintritt kostet ab 10 Euro (Führung).
Gemeinsam mit dem BMW Museum und den Werkführungen des Münchener Stammwerks bildet die BMW Welt das Gesamterlebnis BMW. In unmittelbarer Nähe zur Konzernzentrale können Besucher das Unternehmen, die Marke und das Produkt persönlich entdecken und erfahren.
Das multifunktionale Gebäude BMW Welt bietet Kindern und Erwachsenen ein umfangreiches Erlebnisangebot: Gäste können hier hautnah erfahren, was die Welt von BMW beinhaltet - von neuesten Trends und Ausstellungen über Technik und Design bis hin zu den Emotionen derjenigen, die in der BMW Welt ihr neues Automobil in Empfang nehmen. Neben einem hochwertigen gastronomischen Angebot bietet die BMW Welt im Rahmen des Junior Campus einen Erlebnisbereich für Schüler der 2. bis 7. Jahrgangsstufe, und ist Location für zahlreiche Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte.
Die BMW Welt ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.
Abholer haben Montag bis Samstag schon ab 7 Uhr Zugang zur BMW Welt.
Die geschwungene Silhouette des 52 Meter hohen Riesenkunstwerks im Stadtteil Bogenhausen inspirierte seine Schöpferin Rita McBride zum Titel "Mae West". Wie die berühmte Hollywood-Diva zieht die Großskulptur seit 30. Januar 2011 alle Blicke auf sich - ob von Autofahrern, Passanten oder Trambahnfahrgästen. Letztere schauen ihr unter den Rock, wenn Ende des Jahres die Tram der neuen Linie St.Emmeram die Skulptur durchqueren wird.
Im Überschwang des vergangenen Jahrhunderts wollte Maximilian II. eine richtige "Akropolis" ans Ende der Maximilianstraße setzen. Architekt Friedrich Bürklein sorgte für die Erfüllung des Wunsches. Ursprünglich gedacht als Wohn- und Unterrichtsstätte für besonders begabte bayerische Studenten (die Stiftung - freie Kost und Logis während des Studiums - gibt es für ausgewählte 1,0-Abiturienten immer noch), zogen 1949 hier der Bayerische Landtag und der Senat des Freistaates ein.
Auch wenn Ihnen der Sinn nicht nach einem erfrischenden Bad steht, sehenswert ist das schöne Jugendstilgebäude auf jeden Fall. Die beiden gewölbten Schwimmhallen sowie Dampfbad und gekachelte Saunaräume lohnen einen ausgiebigen Besuch. Täglich von 7.30 bis 23 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3,30 Euro.
Straße:
Rosenheimer Str. 1
PLZ/Stadt:
81667 München
Telefon:
01801 796 223
Nahverkehr
S-Bahnhof Rosenheimer Platz, Tram 18 Deutsches Museum
Bayerns erster König, Max I. Joseph, wünschte sich zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein Theater nach Vorbild des Pariser Odéon und gab einen entsprechenden Auftrag an den jungen Karl von Fischer. Schon fünf Jahre nach der Einweihung im Jahr 1818 vernichtete ein Großfeuer den stolzen, streng klassizistischen Bau, und Leo von Klenze machte sich an die Rekonstruktion des Kunsttempels. Auch der Zweite Weltkrieg forderte seinen Tribut: Kein Stein blieb auf dem anderen. Statt einer modernen Lösung zuzustimmen, entschlossen sich die Stadtväter zur abermaligen Rekonstruktion des klassizistischen Gebäudes. So wird der Max-Joseph-Platz heute dominiert durch das Denkmal des Königs und den griechischen Säulenportikus des Theaters mit seinem versetzten Doppelgiebel. Das prunkvolle Halbrund fasst nur 2100 Besucher, deshalb muss, um das (von Kritikern heftig umstrittene) Niveau der Inszenierungen zu halten, jeder Sitzplatz mit über 100 Euro pro Aufführung subventioniert werden. Doch hat das Haus auch eine durchaus ehrenwerte jüngere Geschichte: Richard Strauss dirigierte hier viele Uraufführungen, Dirigenten wie Clemens Krauss, Bruno Walter, Hans Knappertsbusch, Solti, Fricsay und Keilberth starteten von hier aus Weltkarrieren. Bis 2006 war Zubin Mehta Chef am Pult. Dann kam Kent Nagano. Höhepunkt der Saison sind die Festspiele im Juli. Eine Besichtigung ist nur nach Anmeldung möglich.
Mehr pompös denn kulturgeschichtlich wertvoll. Überbordende Lust zur Gotik trieb den Grazer Architekten Georg von Hauberrisser zu seltsamen Einfällen, als das Gebäude von 1867 bis 1908 errichtet wurde. Unterhalb des 80 m hohen Turms ist in einem Erker Europas viertgrößtes Glockenspiel installiert. Es erzählt täglich um 11 und 12 Uhr (von März bis Oktober auch um 17 Uhr) von zwei Großereignissen, die einst auf dem Marienplatz stattgefunden haben: das Turnier anlässlich der Hochzeit Herzog Wilhelms V. von Bayern mit Renata von Lothringen (1568) und der auch heute noch am Fasching in siebenjährigem Rhythmus - der nächste 2012 - zelebrierte Schäfflertanz anlässlich der Pest im Jahr 1517. Der Turmaufzug fährt von Mai bis Oktober Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr, von November bis April Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr.
Man schenkte vornehm zu Kurfürst Ferdinand Marias Zeiten. Mitte des 17. Jahrhunderts bescherte ihm Henriette Adelaide den ersehnten künftigen Thronfolger Max Emanuel. Dafür beehrte der stolze Vater sie mit dem Schloss Nymphenburg. An die 700 m, also dreimal so lang wie das Olympiastadion, ist die Front dieser barocken Schlossanlage, deren Bau von 1664 bis 1757 gedauert hat. Sie diente den bayerischen Herrschern als Sommerresidenz, und wer durch all die prächtigen Gemächer flaniert, kann erahnen, wie nobel es zur Glanzzeit des bayerischen Hofes zugegangen sein muss. Neben dem Mittelbau mit seinem prunkvollen steinernen Saal und der Schönheitengalerie locken das Marstallmuseum mit der weltweit bedeutendsten Sammlung an Wagen, Schlitten und Geschirren und das Porzellanmuseum mit Pretiosen der namensgleichen Manufaktur.
Einen Besuch wert sind außerdem der Schlosspark mit den Gewächshäusern, die Amalienburg als ein Paradebeispiel höfischen Rokokos, die Badenburg mit ihren chinesischen Papiertapeten, die Pagodenburg mit ihrer in der damaligen Zeit schicken chinoisen Ausschmückung und die Magdalenenklause, die sich Kurfürst Max Emanuel im hohen Alter als Meditationskapelle bauen ließ. Von April bis 15. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von 16. Oktober bis März täglich von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt mit Gesamtkarte kostet 10 Euro, eine Jahreskarte für alle bayerischen Schlösser und Sammlungen für zwei Personen kostet 50 Euro.
Eine schier unfassbare Pracht bietet sich dem Besucher. Unsere Empfehlung: mindestens einen ganzen Tag hierfür einplanen. Denn nach der Zerstörung durch die Bomben des Zweiten Weltkrieges hat der Freistaat Abermillionen in die Restaurierung der "Herzkammer Bayerns" gesteckt, die ein halbes Jahrtausend Sitz der Herrscher war. Alle architektonischen Spielarten, die die Kultur Bayerns geprägt haben, findet man hier: strenge Renaissance, überbordendes Barock, verspieltes Rokoko und geradlinigen Klassizismus. 1385 wurde der Grundstein für die Neuveste im Nordosten der alten Stadt gelegt. Über die Jahrhunderte entstand Schritt für Schritt die Residenz, bestehend aus drei Hauptkomplexen und sechs Innenhöfen.
Wer nicht alle Kostbarkeiten zwischen Residenz-, Hofgarten- und Marstallstraße anschauen kann, sollte zumindest das Residenzmuseum mit Europas wertvollster Hofkunstsammlung besuchen. Das Vestibül, die Ahnengalerien, Porzellankabinett, Antiquarium (in dem heute noch die großen Empfänge des Ministerpräsidenten stattfinden), die Porzellankammern, die Reichen Zimmer, das Spiegelkabinett und die Nibelungensäle bieten einen groben Überblick. Von März bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar täglich von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro.
Ein Dorado für Geschichtsfreunde und -freaks. Der Südfriedhof, entstanden im 16. Jahrhundert, war einst von Albrecht V. als Gottesacker für arme Leute geplant worden, diente im 17. Jahrhundert als Pestfriedhof und ab Ende des 18. Jahrhunderts als Zentralfriedhof. Nach der Erweiterung Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er letzte Ruhestätte für viele prominente und angesehene Münchner. Wer hier langsam von Grabstein zu Grabstein wandert, erlebt auf ganz eigene Art die Geschichte dieser Stadt. Hier liegen unter anderem begraben: der Bildhauer Roman Anton Boos (St. Peter), der Architekt Friedrich von Gärtner (Feldherrnhalle), der Historienmaler Wilhelm von Kaulbach, Architekt Leo von Klenze und auch der "Arme Poet"-Maler Carl Spitzweg.
Die Ludwig-Maximilians-Universität (Ludwig I. holte sie 1826 von Landshut nach München) ist, nach der Freien Universität Berlin, mit mehr als 60000 Studenten Deutschlands zweitgrößte Hochschule. Namen wie Fraunhofer, Röntgen, Pettenkofer, Ringseis, Sauerbruch, Schelling, Riehl, Max Weber, Guardini verbinden sich mit dieser Universität (und dienen als Namenspatrone für Münchens Straßen). Weltberühmt sind die beiden Schalenbrunnen links und rechts der Ludwigstraße. Die Adresse der Universität trägt in Ehrerbietung für und zum Gedenken an Sophie und Hans Scholl, die im Kreis der "Weißen Rose" Widerstand gegen das Hitler-Regime geleistet hatten und dafür 1943 hingerichtet wurden, deren Namen.
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