Benannt nach dem Bächlein, das am alten Südfriedhof vorbeifließt. Zwischen Schlachthof-, Gärtnerplatzviertel und Innenstadt hat sich eine kleine, feine, originelle Szene entwickelt. Künstler aus der Glockenbachwerkstatt, Schauspieler aus den Theatern rund um die Hans-Sachs-Straße, in der es auch Münchens einzigen Knopflochladen gibt, prägen das rege Kneipenleben. In letzter Zeit haben sich viele Jungdesigner in baufälligen Hinterhöfen niedergelassen. Ein Viertel zum Verweilen.
Münchens Schwulenszene hat sich hier etabliert, dank einiger Frontleute, die mit großem Engagement für ihre Rechte gekämpft haben. So ist das Gärtnerplatzviertel "offener" geworden. Es gibt hier nicht nur die größte Friseurdichte der Stadt, sondern auch eine bunte Palette von Cafés und Kneipen. Das Publikum trägt stets die neuesten Trends und ist megacool.
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Haidhausen
Paris, Orléans, Metz, Gravelotte, Bazeilles - diese Straßennamen gaben der Gegend zwischen Isar und Ostbahnhof, Bogenhausen und Au den Spitznamen "Franzosenviertel". So harmlos die Namen klingen, sie stammen aus der blutrünstigen Zeit des 1870/71er-Krieges. Und sie sollen an die damals siegreichen Bayernkorps erinnern. In der Zeit nach dem Wirtschaftswunder wurde Haidhausen aus gegebenem Anlass umbenannt in Klein-Neapel oder Istanbul an der Isar. Doch dann kam die wahre Heimsuchung: Die Schwabinger hatten Schwabing satt und zogen nach Haidhausen - und mit ihnen kamen die Diskotheken und Bistros, die Boutiquen und Beutelschneider. Heute glitzert Haidhausen - zumindest in seinen Hauptdurchgangsstraßen. Wer sich aber Zeit nimmt, um durch die kleinen Gässchen zu schlendern, um in Hinterhöfe zu gucken und in kleinen Läden nach allerlei Skurrilitäten zu forschen, der spürt noch den alten Zauber dieses Stadtviertels, das trotz Betonkultur (Gasteig) und Hotelgiganten (City-Hilton) seine Identität bewahrt hat.
Gleich westlich des Mittleren Rings beginnt Münchens gehobene Wohngegend. Die wunderschönen Häuser stammen meist aus der Zeit um die Wende zum 20. Jh. und sind zum Teil seit Generationen in Familienbesitz. Ein Spaziergang durch die schmalen Straßen, etwa durch die westliche Volkartstraße, durch die Orff- und Ruffinistraße, lohnt sich, nicht nur aus architektonischen Gründen. Hier ist Ruhe des Bürgers vornehmste Pflicht. Leider ist der Rotkreuzplatz ein Wechselbalg missratener Städteplanung. Und das hässliche Gebäude des Rotkreuz-Krankenhauses stört empfindlich das Gesamtbild der Gegend. Weiter westlich, zum Schloss Nymphenburg hin, werden die Häuser immer stattlicher und herrschaftlicher. Und in Richtung Dantebad liegt einer der besonders schönen Biergärten der Stadt: der Taxisgarten mit seinen legendären spareribs.
Bis jetzt hat sich der fast dörfliche Charakter erhalten, besonders um die Dreimühlenstraße. Und auch heute noch riecht es im Sommer ab und zu stark nach "Schlachthof". Es finden sich hier, zwischen Kapuzinerstraße und Großmarkthalle, Goethestraße und Isar, eine ganze Menge originärer Wirtshäuser mit den angeblich besten Weißwürsten Münchens. Im Wirtshaus im Schlachthof in der Zenettistraße gibt es hochkarätige Musik, ein kleines Kabarett und genießbare Münchner Küche. Im Valentinstüberl in der Dreimühlenstraße 28 lässt es sich abends wunderbar chillen. Gut möglich, dass das Schlachthofviertel den Weg Schwabings und Haidhausens noch vor sich hat.
Ein krasser Unterschied: Hier wohnen Ärzte, Journalisten und Künstler in alten (ab und zu recht teuer renovierten), großen Wohnungen mit Stuck und riesigen Jugendstilfenstern. Hier reiht sich Boutique an Boutique, Antiquariat an Antiquariat, Goldschmied an Juwelier. Stundenlang kann man hier bummeln, am Elisabethmarkt frisches Obst kaufen oder ein paar Austern schlürfen, in Second-Hand-Läden oder in einem der zahllosen Trödelläden rumkramen. Die Atmosphäre ist geprägt von den Studenten, die in den Cafés Schach spielen oder sich beim Atzinger (Schellingstraße) noch schnell ein Helles und Kants "Kritik der praktischen Vernunft" reinziehen.
Fließend ist die Grenze zur Maxvorstadt, in der die Pinakotheken stehen. Hier findet man noch einen Hauch des alten Schwabing, der Schwabinger "Scharfrichter", der Wedekinds, der Ringelnatze, und hier glimmt noch jenes Licht, das Thomas Mann zu seinem mittlerweile amtlicherseits so oft missbrauchten Satz "München leuchtete" animierte.
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Schwabing rechts der Leopoldstraße
Es war einmal ein wunderschönes Künstlerviertel, in das nun die Glitzerwelt mit Sexshops, Billigpizzerias, Pilspubs und Billardsalons Einzug gehalten hat. Nur die Straßennamen zeugen noch vom Geist des alten Schwabing: Occam, Wedekind, Werneck. Vor allem rund um den Wedekindplatz hat sich die Gastronomie dem Durchlaufpublikum angepasst. Zwischendrin gibt es allerdings noch ein paar Kleinode, das Podium etwa, eine verräucherte Musikkneipe mit Dixieland und Oldie-Rock. Tagsüber ist ein Spaziergang noch recht beschaulich und gibt Zeugnis von der klassischen Architektur der Privatiers, die sich nach der Eingemeindung des alten Ortes "Schwapinga" 1890 hier niedergelassen haben.
PLZ/Stadt:
München
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Sendling
Ein gewachsenes Arbeiterviertel nördlich vom Schlachthof. Es zieht sich den Sendlinger Berg hinauf (teilt sich folglich in Unter- und Obersendling), hat seinen Liebreiz aber eher im unteren Bereich. Hier findet sich jede Menge unsanierte, wunderschöne Bausubstanz. Und hier ist Münchens "rote" Bastion: Sendling ist das SPD-Viertel schlechthin. Die Sendlinger Kulturschmiede war Geburtsstätte für ähnliche Projekte in der ganzen Stadt. Rund um die Großmarkthalle gibt es ein multikulturelles Schlemmerland mit besten Restaurants südländischen Flairs. Es lohnt sich ein Spaziergang vom Harras runter zum Brudermühltunnel und durch den Flaucher raus zum Tierpark. Sommers ist hier ein idealer Nacktbadeplatz.
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Westend
Münchens buntestes und eigentlich liebenswertestes Viertel. Hier riecht es an allen Ecken nach Levante, hier verkauft der Händler aus Istanbul oder Antalya seine Teppiche, schmücken türkische Namen und arabische Schriftzeichen die Ladenfenster. Es gibt Gyros und Döner Kebab, schweren Wein aus Santorin, Ouzo aus Levkas und Raki aus Anatolien. Hier leben Studenten und Bohemiens, hier, hinter der Schwanthaler Höh bis über den Mittleren Ring hinaus, ist München eine wahrhaft multikulturelle Großstadt.
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