Flash Mobs und Pranks
Mission: Auffallen - Verwirren - zum Lachen bringen
Millionen Seifenblasen beim Bubble Battle
© Jimmy O'Kelly /
flickr.com
Das Hyatt Hotel in Manhattan. Um 19:07 Uhr versammeln sich plötzlich wie aus dem Nichts hunderte Menschen auf der Galerie im ersten Stock des New Yorker Nobelhotels und starren geschlossen hinab in die Lobby.
Plötzlich brechen sie in einen fünfzehnsekündigen tosenden Beifall aus, nur um direkt danach alle das Gebäude wieder eilig zu verlassen. Zurück bleiben verwirrte Mitmenschen und die Frage: was war das gerade?
Die Antwort: diese Menschen haben im Juli 2003 einen der ersten Flash Mobs miterlebt.
Flash Mobs
Bei den so genannten Flash Mobs macht ein scheinbar spontaner Menschenauflauf koordiniert etwas vermeintlich völlig Sinnloses um sich wenige Minuten später wieder genauso unerwartet aufzulösen. Zurück bleiben verdutzte Zuschauer.
Zum Beispiel, wenn sich Menschen scheinbar spontan eine Kissenschlacht vor dem Kölner Dom liefern, im Springbrunnen des Washington Square Parks Synchronschwimmen betreiben oder rund 300 Menschen in Rom in einen Buchladen stürmen um alle nach demselben Buch zu fragen, das gar nicht existiert.
Der große Spaß wird über das Internet organisiert. An dem besagten Tag treffen sich die Teilnehmer, die sich im Allgemeinen nicht persönlich kennen, an einem Ort, an dem sie weitere Informationen und Anweisungen über den genauen Ablauf des Flash Mobs erhalten. Die Aktionen wirken meist sehr zufällig, sind aber minutiös geplant.
Improv Everywhere
Die Gruppe Improv Everywhere bringt mit einfallsreichen Massen-Streichen Großstädter zum Lachen - in Deutschland gibt es schon Nachahmer.
Ein Nachmittag im Januar diesen Jahres in der Grand Central Station in New York: in der Eingangshalle scheinen 200 Menschen plötzlich zu Eissäulen erstarrt zu sein. Als wären sie mitten in ihren Bewegungen eingefroren, haben einige ihr Handy am Ohr, andere haben den Arm zum Gruß erhoben, ein anderer wollte sich gerade nach seinen heruntergefallenen Dokumenten bücken. Verdutzte Passanten bleiben stehen, inspizieren die Situation, schauen sich fragend an – und lachen. Aber keiner der 200 "Eissäulen" rührt sich. Nach exakt fünf Minuten erwacht die Masse wieder zum Leben, tut so, als wäre nichts geschehen und löst sich auf.
Am 12. Januar fahren in zehn Städten auf der ganzen Welt fast 2000 Menschen ohne Hosen U-Bahn. Allein in New York sorgen ungefähr 900 Teilnehmer der "No Pants-Mission" für große Verwirrung, ungläubige Blicke und viele Lacher bei den Passanten. Auf die Frage irritierter Mitmenschen, wieso sie keine Hose tragen, antworten alle überrascht, dass sie sie wohl vergessen hätten.
Die Gruppe, die zu diesen Aktionen aufgerufen hat, nennt sich Improv Everywhere. Viele der von ihnen durchgeführten Aktionen erinnern an die 2003 bekannt gewordenen Flash Mobs.
Der Improv Everywhere-Gründer Charlie Todd, ein New Yorker Schauspiellehrer, betont jedoch, dass die Gruppe schon seit 2001 bestehe und sich auch deshalb von Flash Mobs unterscheide, weil die Aktionen weniger spontan, sondern oft von langer Hand geplant seien. Deshalb werden diese Aktionen auch als "Pranks" bezeichnet, zu deutsch "Streiche".
Aber egal, als was man Improv Everywhere und ihre "Missions" bezeichnet: sie sind auf jeden Fall ein Riesenspaß und jede Aktion überrascht immer wieder auf's Neue.
Da die Aktionen weltweit in immer mehr Städten durchgeführt werden und auch in Deutschland in naher Zukunft gestartet werden sollen, findet demnächst bestimmt auch mal in Ihrer Nähe ein solches Event statt. Wenn Sie also gerne mitmachen möchten, halten Sie einfach Augen und Ohren offen.
Weitere Informationen zu den einzelnen Gruppen in verschiedenen Städten gibt es unter
urbanprankster.com »