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Lebensart

Die Stadt, die nicht schläft...
Die Stadt, die nicht schläft...
© Zuecho / aboutpixel.de
Das Loblied auf diese Stadt hat einen einfachen Titel. Es heißt "New York, New York" und ist eine entspannte Hymne auf ein außergewöhnliches Lebensgefühl. Der Schlager aus dem gleichnamigen Film, gesungen von Frank Sinatra, vermittelt in wenigen Worten die Faszination: I wanna wake up in a city that doesn‘t sleep - ich möchte in der Stadt aufwachen, die nicht schläft. Und: If I can make it there, I‘d make it anywhere - wenn ich es dort schaffe, schaffe ich es überall.
New York, das ist die Hauptstadt des amerikanischen Traums. Wer diese riesige, quirlige, nervenkitzelnde Stadt und ihren Einfluss auf den Rest der Welt begreifen will, muss selbst hinfahren und dort aufwachen - in dem ewigen Rumoren und Gehupe, Sirenengeheul und Gekreische. Das New-York-Gefühl muss man erleben. Hautnah.
 
Tribute in Light Memorial
Tribute in Light Memorial
Ein Gefühl, das die Stadt lange mit einem Mantel der Unerschütterlichkeit umhüllte. Bis zu dem Tag, an dem selbstmörderische Terroristen zwei Passagierflugzeuge entführten und sie in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten. 2749 Menschen starben am 11. September 2001 in den Trümmern. Nine/eleven sagen die Amerikaner - vier Silben, die im Englischen ein fester Begriff für Entsetzen, Trauer und Wut geworden sind. Es entstand eine ungekannte Verunsicherung in der Stadt. Und gleichzeitig eine ungeheure Stärke. Die New Yorker zeigten sich verletzlich wie vielleicht nie zuvor. Doch noch bevor die Trümmer beseitigt waren, planten sie den Aufbruch. Die gemeinsame Vision: "Die Zukunft wird nicht von Terroristen geschrieben, die gestalten wir."
Die Widerstandskraft der Stadt ist nicht bloße Fassade. Es gibt kaum eine unsentimentalere Metropole. Dennoch verleitet sie Besucher dazu, eine sentimentale Beziehung zu ihr zu entwickeln. Einer der Gründe dafür ist, dass die Stadt an der Mündung des Hudson unbeschreiblich beeindruckt. Wer nach New York geht, entdeckt auf einmal, dass sogar Alltägliches erstaunlich sein kann.
Die Stadt ist ein Wunder an Betriebsamkeit. Die Ursache ist ein grünes Stück Papier: der Dollar. New York ist, ganz unverhohlen, die Hauptstadt des Kommerzes - hektisch, laut, herausfordernd, groß und mächtig. So mächtig, dass, wenn Wall Street niest, die Börsen in Tokio, Frankfurt und London einen Schnupfen bekommen. Die Krise und die Kriege, die 9/11 ausgelöst hat, beeinflussen die Weltwirtschaft noch immer.
 
Plakate am Times Square
Plakate am Times Square
© Jan Knobel / pixelio.de
Und doch ist die vibrierende Betriebsamkeit zurückgekehrt. New York ist nach wie vor die Welthauptstadt des Entertainments: Jeden Abend gibt es Filmpremieren und Musicalshows, Ballettaufführungen, Theatergalas, Opern der Extraklasse und den frischen Wind der vom Zeitgeist durchwehten Clubs. Das Publikum ist vielschichtig und bunt, begeisterungsfähig, kompetent und vor allem kritisch. Wer es hier schafft, schafft es überall.
 
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