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Stadtbild

Manhattan bei Nacht
Manhattan bei Nacht
© Villanueva Glen / aboutpixel.de

Stadt der großen Gegensätze

Im Trubel der Nacht wirkt Manhattan, als sei es eine große Party. Ein Eindruck, der am Tag beginnt. In den U-Bahnen spielen Musiker, die gute Chancen haben, die Stars von morgen zu werden. Skater verwandeln Plätze in die Arena sportlicher Stunts. Stand-up Comedians können einem an jeder Straßenecke begegnen. "Das Theater findet auf den Straßen, vor den Bühnen statt, Filme laufen ohne Eintrittsgeld, es riecht nach Mensch auf Schritt und Tritt", beschrieb der Schriftsteller Ludwig Fels seine New-York-Eindrücke.
Als Medienzentrum der USA vergrößert die Stadt alles, was sie an kulturellem Output produziert. Hier sind die wichtigsten Fernsehsender, die großen Nachrichtenmagazine und die Tageszeitung, die als beste der Welt gilt, die New York Times. Alle bedeutenden Buchverlage sind in der Stadt ansässig und operieren ebenso wie Plattenfirmen und Musikverlage mit dem Weltmarkt im Blick von hier aus. Die Stadt zieht kreative Menschen an wie keine andere. Schauspieler, Maler, Schriftsteller, Designer genauso wie Softwareentwickler. In der Silicon Alley, wie die Internetpioniere die Stadt als Parodie auf das kalifornische Hightechzentrum Silicon Valley nannten, ist es ruhig geworden. Doch kaum reden Skeptiker von Flaute, startet die Stadt längst anderswo zum Höhenflug: Der Kunstmarkt boomt und New York führt Regie. Seit Jahrhunderten bezieht die Stadt aus dem ständigen Wechsel von Boom und Pleiten einen großen Teil ihrer Energie.
Downtown Manhattan
Downtown Manhattan
© Tim Reinhart / pixelio.de
Rund 8 Millionen Einwohner leben heute in der einstmals größten Stadt der Welt, die längst von Megacitys überflügelt wurde. 24 Millionen Einwohner hat die Metropolitan Area insgesamt, die die angrenzenden Gebiete wie Long Island, Westchester County, New Jersey und Connecticut einschließt. Viele arbeiten im Zentrum - in Manhattan. Dazu kommen 36 Millionen Besucher, die auf den Straßen im Sog des hohen Fußgängertempos förmlich mitgerissen werden. Die Stadt ignoriert Besucher so gut es geht. Gemütliche Flaneure sind im Raster der Straßenblöcke nicht vorgesehen. Es gibt nur wenige Ruhezonen wie den Platz inmitten des Rockefeller Centers, die Treppe der St. Patrick‘s Cathedral an der Fifth Avenue oder die des Metropolitan Museums.

Fußgängerstadt

New York ist mehr als jede andere amerikanische Metropole eine Fußgängerstadt. Die Straßen sind übersichtlich gerastert und nummeriert. Viele Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander. Man findet sich schnell zurecht. Musste man noch vor wenigen Jahren befürchten, unvermittelt in einer düsteren Ecke zu landen, wenn man sich treiben ließ, so ist das Risiko heute nicht höher als in einer deutschen Großstadt. Aufmerksamkeit schadet dennoch nicht.
New York ist die Stadt der großen Gegensätze. Die Winter sind trocken und frostkalt, die Sommer mehr als 30 Grad heiß und sehr, sehr schwül. Das ausgedehnte Grün des Central Parks trifft auf das wuchtige, unendliche Grau von Beton. Kirchen, die anderswo alles überragen, werden hier von Wolkenkratzern förmlich umzingelt.
In diesem Milieu fächert sich zwischen klein und groß, arm und reich, alt und neu eine unglaubliche Vielfalt. Jede Rasse und jede Nation ist in New York vertreten. Viele haben ihrer Heimat aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen den Rücken gekehrt. Angetrieben von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, haben sie ein Stück Heimat mitgebracht. So leben viele Traditionen in New York weiter.
Blick über New York
Blick über New York
© Tim Reinhart / pixelio.de

Stadt der Wolkenkratzer

New York hat als typischer Durchlauferhitzer viele Stile und Einflüsse verdaut. Der imposanteste architektonische Aspekt der Stadt sind die Wolkenkratzer. Die ersten entstanden Ende des 19. Jahrhunderts. Der Mangel an Grundstücken allein reicht nicht, um die Begeisterung für sie zu erklären. Tatsächlich ging es um mehr: um eine Form der Selbstbestätigung. Vom World Building von 1890 über den Metropolitan Life Tower des Jahres 1909, das Woolworth Building des Jahres 1913, das Art-déco-Denkmal namens Chrysler Building (1930) bis zum Empire State Building (443 m bis zur Spitze des Blitzableiters), das 1931 eingeweiht wurde, erstreckte sich eine Zeitspanne monumentalen Denkens: New Yorks höchste Wolkenkratzer waren gleichzeitig die höchsten Gebäude der Welt. Die beiden Türme des World Trade Centers standen bei ihrer Fertigstellung 1971 und 1973 in dieser Tradition: Weltrekord mit 419,7 m. Danach ebbte der Höhenrausch ab. Jetzt wird da, wo das World Trade Center einstürzte, der Freedom Tower entstehen. 541 m hoch, soll er an die Toten des 11. September 2001 erinnern und symbolisieren: Terrorismus kann die Freiheit nicht bezwingen.
 
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