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Ausflüge

Der Hudson in Breakneck Ridge
Der Hudson in Breakneck Ridge
© Kimba Howard / flickr.com

Das Grüne Tal des Hudson Rivers

Die Landschaft ist hügelig, dicht bewaldet und grün. Und mittendrin fließt der Hudson River auf den Spuren eines Eiszeitgletschers durch sein tiefes Bett - breiter als der Rhein bei Köln. Deutsche und Holländer hatten den Landstrich kultiviert. An sie erinnern Orte wie Germantown, Rhinebeck und Rhinecliff. Zu dem Erbstücken gehört aber auch die älteste amerikanische Straße - die Huguenot Street in New Paltz. Am besten erkunden Sie den Hudson River mit einem Mietwagen. Für die 400 km lange Tour sollten Sie mindestens zwei Tage veranschlagen. Von New York folgen Sie Route 9 Richtung Norden nach Tarrytown und Kykuit (holländisch für Ausguck). In Kykuit ist das pompöse Rockefeller Estate (Ende April bis Anfang November Mittwoch-Montag geöffnet, Eintritt $ 22, www.hudsonvalley.org) mit der Kunstsammlung des ehemaligen Vizepräsidenten Nelson B. Rockefeller und einem prächtige Skulpturengarten sehenswert.
Amerikas Geld- und Politadel hat sich weiter nördlich, in Hyde Park, architekturgeschichtliche Denkmäler gesetzt, die man für wenige Dollar Eintritt besichtigen kann: mit der 54-Zimmer-Renaissance-Mansion von Frederick W. Vanderbilt, umgeben von einem herrlichen Garten (Route 9, täglich von 9-17 Uhr geöffnet) und dem nur unwesentlich kleineren Anwesen des bedeutenden US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Route 9, täglich von 9-17 Uhr geöffnet). Hyde Park, fast zwei Stunden mit dem Auto von Manhattan entfernt, beherbergt auch das Culinary Institute of America, wo der beste Kochnachwuchs des Landes in einem ehemaligen Jesuitenseminar in vier Restaurants exzellente Menüs zubereitet. Ein Gebäudeflügel mit 90 Plätzen ist der Tradition Auguste Escoffiers gewidmet, ein Trakt mit 40 Plätzen hält vorzügliche italienische Küche bereit. Kein Wunder, dass Besucher im Voraus reservieren müssen (Route 9, Tel. 1845-471-6608, www.ciachef.edu).
Trauben
© Stefan Bernhard / pixelio.de
Auch sonst ist das Tal des Hudson River kein kulinarisches Niemandsland. Links und rechts verstecken sich Weingüter, die in dem feuchtwarmen Klima gute, trockene Weißweine ausbauen (z. B. Millbrook Vineyards in Millbrook nördlich von Route 44, täglich von 12-17 Uhr geöffnet, Tel. 1845-677-8383, www.millbrookwine.com). Die größte Finesse besitzen die Chardonnays. Das Weingut liegt in einer Gegend voller Pferdekoppeln und prächtiger Landvillen wohlhabender New Yorker. Das Städtchen Millbrook liefert das passende altamerikanische Straßenbild und eine gute Auswahl in Sachen Essen und Trinken.
Zurück zum Fluss geht es nach Rhinebeck, einem Bilderbuchstädtchen, gegründet 1686. Nicht ganz so alt ist Beekman Arms, das älteste Hotel Amerikas (6387 Mill St., Tel. 1845-876-7077, www.beekmandelamaterinn.com). Hier gibt es bodenständige Küche mit feiner Note und dazu 77 Zimmer in zwölf Gebäuden. Zugeständnisse an die Gegenwart und an die wachsende Flut der Weekendtouristen aus der Metropole und dem Umland: kulinarische Treffs wie die Bread Alone Bakery (45 E Market St.), die französische Patisserie Calico (9 Mill St.), ein Modedesigner (Michael Boris, 28 E Market St., www.michaelboris.com) und ein Programmkino. Im Mai und Juli finden auf dem Ausstellungsgelände (Fairgrounds) Antiquitätenmessen statt, auf denen man die eine oder andere Kostbarkeit ergattern kann.
Catskill Mountains
Catskill Mountains
Nördlich von Rhinebeck liegt das Örtchen Red Hook, wo Trödel- und Obsthändler einander Konkurrenz machen. Im Herbst besonders pittoresk: die Kürbissammlung von Greig Farm (223 Pitcher Lane, von Route 9, Tel. 1845-758-1234, www.greigfarm.com). Wer Lust auf "Antiquing" hat (eine Freizeitbeschäftigung, die New Yorker mit Passion betreiben): In der Warren Street in der Stadt Hudson liegt ein Antiquitätenladen neben dem anderen. Rip van Winkle heißt die Brücke, die über den Hudson River führt, hinüber in die Catskill Mountains. Im Herbst ist die Farbenpracht des Indian Summer hier spektakulär.
Route 9W führt wieder zurück nach Manhattan, durch Saugerties. Mitten in dem schläfrigen Ort liegt das Café Tamayo, in einer Taverne von 1864, in der die alte Bar noch erhalten ist. Spezialitäten des Hauses: Ente und Fasan. Wer dazu etwas trinken will, kann die Nacht im zugehörigen Inn verbringen (4 Zimmer, ab $ 115, 89 Partition St., Tel. 1845-246-9371, www.cafetamayo.com).
Von dort führt der Weg zu weiteren geschichtsträchtigen Schauplätzen: George Washingtons Hauptquartier im Unabhängigkeitskrieg (Museumsöffnungszeiten erfragen, Eintritt $ 4, 84 Liberty St., Tel. 1845-562-1195) und die berühmte Kadettenschule West Point (Visitor Center täglich von 9-16.45 Uhr geöffnet, Tour per Bus $ 8, Reservierung empfohlen, Ausweis mitnehmen!, Tel. 1845-938-2638, www.usma.edu). Die Militärakademie mit herrlichem Blick auf den Hudson ist eine der großen Touristenattraktionen des Staates New York.
Wer mag, kann sich auch auf dem Fluss bewegen. New York Waterway bietet ganztägige Ausflüge vom Pier 18, 38th Street in Manhattan nach Kykuit und West Point ($ 64, West Point mit Footballgame $ 80, Tel. 1800-533-3779 oder www.nywaterway.com).

Dünen, Strände, Villen: Die Hamptons

Es gibt zwei Sorten von New Yorkern: Die eine besitzt ein Haus in den Hamptons oder mietet es wenigstens den Sommer über für Preise ab $ 5000 pro Monat aufwärts. Die andere träumt bescheiden davon, wenigstens die Ferien in einem dieser alten, weißen Holzhäuser zu verbringen. Nirgendwo sonst in den USA gedeiht die Verbindung aus Geschmack und Geld so gediegen und zurückhaltend zugleich. Unweit von kilometerlangen Stränden und der sanften Atlantikbrandung gibt es gemütliche Dorfzentren mit schmalen Straßen und versonnenen Spaziergängern. Wie fast immer in Amerika kommt man am besten per Mietwagen voran. Doch es gibt Alternativen: den Hampton Jitney, einen Bus ($ 51 hin und zurück, Reservierung erforderlich, Tel. 1631-283-4600, www.hamptonjitney.com), und die Long Island Railroad, eine aufreizend gemütliche Eisenbahn (ab $ 14, Abfahrtszeiten Tel. 1718-217-5477, www.mta.info.com), die mehrmals täglich die vielen kleinen Orte bedient. Dort angekommen bewegt man sich per Mietfahrrad fort (z. B. Bermuda Bikes, Montag und Donnerstag bis Samstag von 10-17 geöffnet, Sonntag von 10-16 Uhr, East Hampton, Tel. 1631-324-6688, http://bermudabikes.com). Für diese 320 km lange Route benötigen Sie etwa zwei Tage.
"Hamptons" - eine sprachliche Verknappung des 50 km langen Landstrichs am Ostende von Long Island mit den Orten Westhampton, Hampton Bays, Southampton, Bridgehampton und East Hampton sowie Sag Harbor, Sagaponack, Amagansett und Montauk - ist zugleich ein Exklusivitätssiegel. Die Hamptons verbreiten eine Atmosphäre, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Zweieinhalb Auto- oder Eisenbahnstunden von New York entfernt, finden Sie ein äußerst angenehmes Kontrastprogramm: Sommertemperaturen um 30 Grad, eine sanfte Brise, Sinn für Geschichte, gutes Essen und eine Kultiviertheit, die Prominente von Robert De Niro bis Steven Spielberg angelockt hat. Das Schöne: Selbst in der Hochsaison sind die Hamptons nicht so überlaufen wie europäische Sommerreiseziele. Preiswert und für alle da sind der Atlantik und die klare Luft, die schneller als an den meisten Stränden der nördlichen Hemisphäre jeden Appetit auf tiefbraunen Teint stillt. Hier lohnt sich nicht nur das Shopping (viele Designerläden aus New York sind mit kleinen, feinen Dependancen vertreten), sondern auch ein Blick auf die gepflegten Yacht- und Seehäfen.
© Wolffer Estate Vineyard
© Wolffer Estate Vineyard
Als Einstieg empfiehlt sich Bridgehampton, zu erreichen mit dem Auto über I 495, dann Route 27 (Montauk Highway), wo man auf der Main Street von einem Antiquitätengeschäft ins nächste spaziert. Nicht versäumen: den Besuch beim Wölffer Estate, wo der Hamburger Gutsbesitzer und sein badischer Kellermeister hervorragende Chardonnays und Merlots produzieren (täglich von 11-17 Uhr geöffnet, 139 Sagg Rd., Tel. 1631-537-5106, www.wolffer.com). Der Montauk Highway führt als nächstes nach East Hampton, wo sich reiche New Yorker schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Holzpaläste mit grauen Schindeln und weißen Säulen, Bögen und Türmchen in die einsame Dünenlandschaft setzten. Man spielte auf makellosem Rasen Krocket, trank Eistee und genoss in weißen Korbsesseln die frische Brise.
Das kann man auch heute noch, z. B. im Maidstone Arms (19 Zimmer, 207 Main St., Tel. 1631-324-5006, Fax 1631-324-5037, www.maidstonearms.com), einem Inn aus dem 18. Jahrhundert mit attraktivem Restaurant. An der Main Street und an der Newtown Lane liegen die schönsten Geschäfte der Insel. Was los ist, erfährt man im East Hampton Star. Und natürlich auch, welcher Prominente sich gerade für wie viele Tausend Dollar in welcher Straße für den Sommer eingemietet hat. Oder dass man jetzt auf jeden Fall zu Jean-Luc (103 Montauk Highway, Tel. 1631-324-1100) essen geht, was im Kino läuft, wo man sein Popcorn eventuell neben Christy Turlington und Barbra Streisand verzehrt, oder wann die Ausstellungseröffnungen im Parrish Art Museum ($ 5, Monntag und Donnerstag-Samstag von 11-17 Uhr geöffnet, Sonntag von 13-17 Uhr, 25 Job‘s Lane,Southampton) stattfinden, ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges.
Über die Further Lane geht es nach Amagansett, was in der Sprache der Algonquin-Indianer "Ort des klaren Wassers" heißt: Frühstück im Farmer‘s Market ist ein Muss. Weiter geht es nach Montauk, dessen Leuchtturm 1797 im Auftrag des ersten US-Präsidenten George Washington erbaut wurde, nachdem er den Unabhängigkeitskrieg gewonnen hatte. Hier, am östlichsten Punkt der Landzunge Long Island, hat man das Gefühl, am Ende der Welt zu sein.
Dass es sich um ein ehemaliges Fischerdorf handelt, ahnt man noch bei Gosman‘s (Gosman‘s Dock, Tel. 1631-668-5330) an der Flamingo Road - der Fang des Tages, kaum angelandet, schon auf dem Tisch, gehört zu den Attraktionen des Ortes. Vor Montauk wird hervorragender Thunfisch gefangen, der so gut ist, dass er mitunter bis nach Japan geflogen wird. Auch der Hummer ist von hoher Qualität. Wer sich nicht wieder trennen kann: Das Hotel Panoramic View (117 Zimmer, 272 Old Montauk Highway, Tel. 1631-668-3000, www.panoramicview.com) liegt direkt am Strand.
Zurück führt die Route über den Heimatort von Künstlern und Literaten, Sag Harbor, dessen Walfängerhistorie man im Whaling Museum (Von Mai-Oktober Montag-Samstag von 10-17 Uhr geöffnet, Sonntag von 13-17 Uhr, besser vorher anrufen, Main Street, Tel. 1631-725-0770, www.sagharborwhalingmuseum.org) besichtigen kann. Bei B. Smith (1 Bay St., Tel. 1631-725-5858) sitzt man mit Blick auf die Segelboote, genießt abends die untergehende Sonne und den Blick auf die gesellschaftliche Szene.
Fast beschaulich spielt sich das Leben in Shelter Island ab, das per Fähre erreichbar ist - früher Refugium für Piraten, heute Naturschutzgebiet für Seeadler samt Villen für gestresste New Yorker. Alles ist ein bisschen gedämpfter, nicht so dick aufgetragen wie in den Hamptons. Sunset Beach (Mitte Mai bis Ende Oktober, 20 Zimmer, 35 Shore Rd., Tel. 1631-749-2001) liegt direkt am Strand und hat ein gemütliches Restaurant.
Letzter Stopp: North Fork, der nördliche Arm der Landzunge Long Island. Von Shelter Island landet man per Fähre in Orient Point. In North Fork ist der Trubel noch nicht angebrandet. Die Bauern haben ihr Land noch nicht an besitzhungrige New Yorker verkauft. Es gibt noch kleine Farmen (die frischen Produkte kauft man an farm stands rechts und links der Route 25) und neuerdings auch etliche Weingüter (z. B. Pellegrini in Cutchogue, täglich von 11-17 Uhr geöffnet, 23005 Main Rd., Tel. 1631-734-4111, www.pellegrinivineyards.com). Der catch of the day schmeckt am besten direkt am Wasser, z. B. in The Seafood Barge (62980 Main Rd., Southold, Tel. 1631-765-3010).
 
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