Fast die Hälfte der rund 300 000 New Yorker Chinesen lebt in Chinatown, viele, ohne ein Wort Englisch zu sprechen: chinesische Schriftzeichen überall. Für New Yorker und ihre Gäste ist Asien damit nur ein U-Bahn-Ticket entfernt. Viele der unzähligen Restaurants in Chinatown haben übrigens keine liquor license - die Genehmigung zum Alkoholausschank. Man darf Bier oder Wein gegen eine Gebühr fürs Flaschenöffnen (corkage fee: ca. $ 3) mitbringen.
Das alte jüdisch-polnisch-russische Viertel zwischen Bowery und Avenue A sowie 1st und 12th Street ist immer noch eines der Künstlerviertel. Seit die Mieten steigen, sind viele Künstler weitergezogen in die Avenues B, C und D. Der street chic aber, die Mode, die auf der Straße erfunden wird, ist hier überall zu Hause. Ebenso wie preiswerte Restaurants verschiedener Nationalitäten. Zu empfehlen: Moustache (arabisch, 265 E 10th St., Tel. 1212-228-2022, €); der Klassiker im Viertel, 2nd Avenue Deli, (156 2nd Av. Ecke 10th St., Tel. 1212-677-0606, €) und Tsampa (tibetanisch, für Vegetarier, 212 E 9th St. zw. 2nd und 3rd Av., Tel. 1212-614-3226, €).
Der Name steht für South of Houston Street. Das Viertel zwischen Broadway und Avenue of the Americas wurde Anfang der 70er-Jahre von Künstlern entdeckt. Galerien und Boutiquen rückten nach. Heute ist SoHo eines der besten Einkaufsviertel New Yorks. Architektonisch bestechen cast iron buildings mit Fassaden aus kunstvoll gegossenen Metallteilen.
PLZ/Stadt:
New York
U-Bahn
Subway: Prince St., R
Brooklyn Heights
In der schönsten Wohngegend Brooklyns fühlt man sich beinahe ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Sie liegt gleich am anderen Ende der Brooklyn Bridge, ein Viertel mit gut erhaltenen Brownstones, den mehrstöckigen früheren Einfamilienhäusern aus Sandstein, die z. T. unter Denkmalschutz stehen. Die Pierrepoint Street führt auf die Brooklyn Heights Promenade, von der aus man einen reizvollen Blick auf Manhattan hat.
PLZ/Stadt:
New York
U-Bahn
Subway: Clark St., 2, 3
Chelsea
Das Wohnviertel zwischen Seventh Avenue und Hudson River, 14th und 29th Street ist traditionell unter Schriftstellern, Schauspielern und Malern populär. Viele lebten und leben im Chelsea Hotel (222 W 23rd St.), in dem jeder Raum anders gestaltet ist. Unter ihnen: Mark Twain, Tennessee Williams, Arthur Miller, Sarah Bernhardt und Bob Dylan. Chelseas Flair von heute: neue Galerien, Boutiquen, Restaurants mit jungem Publikum und schwule Szene zwischen 19th und 24th Street und Tenth und Eleventh Avenue.
PLZ/Stadt:
New York
U-Bahn
Subway: 23rd St., C, E
D.U.M.B.O
Das Kürzel steht für Down Under the Manhattan Bridge Overdrive. Eine Gegend, die sich rasant verändert hat: Fabrikhallen sind nun Apartments mit Traumblick auf Manhattan; am East River entsteht der längste Park New Yorks mit Zugang zum Wasser. Freiluftkino, Theater, Galerien (www.dumboartscenter.org) und Kneipen wie Superfine (So Brunch mit Musik, 126 Front St., Tel. 1718-243-9005, Subway: York St., F). Eiscreme mit New Yorks bester Aussicht bekommen Sie bei Brooklyn Icecream Factory (Fulton Ferry Landing).
Bis in die 60er-Jahre war der Stadtteil die Domäne von Schriftstellern, Künstlern und Professoren der New York University. Heute ist es eine teure Wohngegend ohne Wolkenkratzer. Viele Häuser besitzen noch prächtige Treppenaufgänge, die sonst längst wegsaniert wurden. Manche der brownstones und townhouses stammen vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Die schmalen Straßen tragen zumeist Namen, keine Nummern.
1658 gründeten Holländer die Siedlung Nieuw Haarlem. Später bauten Sklaven eine Straße nach New York, den Broadway, und viele blieben. In den 20er- und 30er-Jahren wurde Harlem zur Keimzelle schwarzer Kreativität. Es war schick, im Sugar Cane oder Cotton Club Jazzmusiker wie Duke Ellington und Count Basie zu hören (heute im Cotton Club: Sa, So Gospel Brunch, 656 W 125th St., Tel. 1212-663-7980, www.cottonclub-newyork.com). Harlem gilt längst nicht mehr als gefährlich. Auf der 125th Street kann man wunderbar in kleinen Geschäften stöbern. Vielleicht treffen Sie Bill Clinton, der hier sein Büro hat. Touren in die Wohnviertel mit den einzigartigen Holzhäusern: Harlem Spirituals (Tel. 1212-391-0900) oder Harlem Your Way! (Tel. 1212-690-1687).
Die italienischen Immigranten, die sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts hier niederließen, haben es nicht leicht: Aus Chinatown drängt ein Strom neuer Einwanderer aus Hongkong über die alte Grenze Canal Street. In die teureren Apartments ziehen Yuppies, und auf den Straßen drängeln sich Touristen. Doch beim Capuccino im Straßencafé lässt sich noch immer "la dolce vita" spüren.
Berühmt - und berüchtigt - wurde das Viertel Ende des 19. Jahrhunderts, als seine Mietskasernen erste Heimstatt für die Einwanderer aus Europa waren. Deren ärmliche Lebensumstände kann man im Tenement Museum nachvollziehen (Di-Fr 13.20-16.45, Sa, So 11.15-16.45 Uhr, Eintritt $ 15, 90 Orchard St., Anmeldung nötg, Tel. 1212-431-0233, www.tenement.org, Subway: Delancey St., F). Heute steht das Viertel für Aufbruch, energiegeladen, eklektisch. Typisch: das Tonic (107 Norfolk St. zw. Delancey u. Rivington St., Tel. 1212-358-7051, http://tonicnyc.com, Subway: Delancey St., F), Bar mit DJ, Konzertraum, Platten, Bücher und sonntags Brunch bei Klezmermusik live.
Red Hook
Das Viertel direkt am Wasser ist eine der letzten final frontiers New Yorks. Die Brooklyner Arbeitersiedlung ist verewigt im Filmklassiker »Die Faust im Nacken«, mit dem Marlon Brando einen Oscar gewann. Dann entdeckten Künstler auf der Suche nach günstigen Mieten das Viertel, jetzt kommen die Spekulanten - Start des typischen Wandels der Stadt. Ausflüge lohnen v. a. an Wochenenden im Sommer und im Oktober, wenn die Brooklyn Waterfront Artist Coalition (www.bwac.org) am Ende der Van Brunt St. zur Ausstellung lädt. Probieren Sie auf dem Rückweg den chocolate cake bei Baked (359 Van Brunt St., Tel. 1718-222-0345, €) oder im 360 (360 Van Brunt St., Tel. 1718-246-0360, Mi-So, nur Dinner, €-€€) das vorzügliche prix-fixe-Dinner.
PLZ/Stadt:
New York
U-Bahn
Subway: Jay St., A, C, F, dann Bus B61 bis zur Endstation
Theater District
Am Tag zeigt die Gegend nördlich vom Times Square neues Leben (z. B. im Disney Store, 42nd St./Seventh Av.). Abends blinken die Neonreklamen, Besucher strömen in die Theater. Und die größte Show der Welt, »Broadway« genannt, beginnt einmal mehr. Nach den Shows strömen die Massen in die »Restaurant Row«, die 46th Street zwischen Eighth und Ninth Avenue. An Silvester ist der Times Square Mittelpunkt der Stadt: Hunderttausende New Yorker treffen sich dort, um das neue Jahr zu begrüßen.
Das Dreieck südlich der Canal Street (Triangle Below Canal) war das Marktviertel der Stadt: der Washington Market. Aus den Lageretagen sind Lofts geworden, umfunktioniert von New Yorks Kreativen. Kein Stadtteil hat unter dem 11. September so gelitten wie TriBeCa. Jetzt sind die Nachtschwärmer zurück. Robert DeNiros TriBeCa-Filmfestival hat dazu beigetragen, 2008 eröffnete er hier The Greenwich Hotel (Greenwich St.). Wer in den Szenelokalen Nobu und Next Door Nobu (105 Hudson St.) isst, hat gute Chancen, Celebrities zu sehen.
U-Bahn
Subway: Franklin St., 1, 9
Karte
Upper East Side
Aus Tradition wohlhabend, hat das Viertel zwischen Central Park, East River, der 59th und der 96th Street seinen am Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Charakter weitgehend bewahrt. Hier gibt es zahlreiche Museen, Galerien, Boutiquen und etliche noble Hotels.
Upper West Side
Der Bereich zwischen 65th und 99th Street ist ein Wohnviertel für zahlungskräftige junge Leute. Vornehmlich auf der Columbus Avenue reiht sich eine Boutique an die andere, die Amsterdam Avenue ist eine lebendige Restaurantmeile. Am Broadway findet man Gourmetgeschäfte wie Zabar‘s (80th St.) und Fairway (74th/75th St.). Kulturelle Magneten sind das Lincoln Center mit der Metropolitan Opera und das Museum of Natural History.
Die dritte Inkarnation dieses Stückchens Brooklyn: Früher Sommerfrische für die Whitneys und Vanderbilts, danach Fabriklandschaft und jetzt angesagtes Viertel für Künstler und Intellektuelle. In der Nähe von Metropolitan Avenue und Grand Street finden sich diverse Restaurants, Galerien mit skurrilen Namen wie Momenta Art und Fish Tank sowie kleine Buch- und Plattenhändler mit ausgefallenem Sortiment.
PLZ/Stadt:
New York
U-Bahn
Subway: Marcy Av., J, Bedford Av., L
Stadtplan New York
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