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Unterirdisches Nürnberg

  • Historische Felsengänge
    Innenansicht der Felsengänge
    Innenansicht der Felsengänge
    © Förderverein Nürnberger Felsengänge
    Durch die große Standfestigkeit des Burgsandsteins war es möglich, seit Jahrhunderten in der Nürnberger Unterwelt eine Vielzahl von Gewölben und Gängen aus dem Fels zu schlagen und dadurch weit ausgedehnte, labyrinthartige, oft über mehrere Stockwerke reichende Felsenkelleranlagen zu schaffen.
    Ein ausgeklügeltes, genial einfaches System von Belüftungsschächten sorgt noch bis heute für eine selbsttätige Luftumwälzung in den Gewölben. Ursprünglich dienten die Felsenkeller hauptsächlich der Herstellung und Lagerung von Bier.
    Auch ihre erste urkundliche Erwähnung befasst sich mit dem Lagern von Bier: eine Verordnung des Rats der Stadt vom 11. November 1380 "wie einer ein hause haben sol, der schenkt". Nach dieser Verordnung musste jeder, der Bier brauen und verkaufen wollte, einen eigenen Keller haben, "zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit..."
    Mit der Einführung von Kühlmaschinen verloren die Felsenkeller jedoch ihre Bedeutung für die Bierlagerung. Während der Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges fanden dann viele Bürger Schutz in diesen jahrhundertealten Felsenkellern. Heute werden wieder einige der Kellergewölbe von der darüber liegenden Brauerei im Altstadthof zum Lagern spezieller Biersorten verwendet.
    Kartenverkauf und Treffpunkt für Führungen ist der Brauereiladen der Hausbrauerei Altstadthof, Bergstr. 19.
    Straße:
    Bergstr. 19
    PLZ/Stadt:
    90403 Nürnberg
    Telefon:
    0911 2449859
    Nahverkehr
    Bus 36 (ab Plärrer), Haltestelle Hauptmarkt
    U-Bahn
    U1 (ab Hauptbahnhof), Haltestelle Lorenzkirche
    Karte
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  • Historischer Kunstbunker im Burgberg
    Möbilierter Personalraum mit Volksempfänger
    Möbilierter Personalraum mit Volksempfänger
    © CTZ Nürnberg
    In alten Felsengewölben, ehemaligen Bierkellern direkt unter der Kaiserburg, wurde bereits kurz nach Kriegsbeginn unter schwierigsten Bedingungen eine in Deutschland einzigartige Bergungsanlage geschaffen, um unwiederbringliche Kunstwerke vor Feuer, Rauch, Gas und Plünderung zu schützen und sie so für nachfolgende Generationen zu bewahren.
    In bis zu 24 Metern Tiefe entstand ein ausgeklügeltes System zur Entwässerung, Beheizung und Belüftung, das für optimale Bedingungen sorgte. Selbst Räume und Einrichtungen für Wachpersonal wurden nicht vergessen.
    Bombensicher eingelagert waren im Kunstbunker berühmte Nürnberger Sehenswürdigkeiten wie die Kunstuhr der Frauenkirche, Gemälde, Kupferstiche und Schriften von Albrecht Dürer, historische Musikinstrumente oder auch Altäre, Glasmalereifenster und Chorgestühl sämtlicher Altstadtkirchen.
    Große Teile der Einbauten im Kunstbunker sind noch heute zu sehen. Eine Fotodokumentation sowie original Bild- und Tonaufnahmen erinnern an die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, in denen das mittelalterliche Nürnberg zerstört wurde.
    Kartenverkauf und Treffpunkt für Führungen ist der Brauereiladen der Hausbrauerei Altstadthof, Bergstr. 19.
    Straße:
    Bergstr. 19
    PLZ/Stadt:
    90403 Nürnberg
    Telefon:
    0911 2449859
    Nahverkehr
    Bus 36 (ab Plärrer), Haltestelle Hauptmarkt
    U-Bahn
    U1 (ab Hauptbahnhof), Haltestelle Lorenzkirche
  • Kasematten und Lochwasserleitung
    Einmündung des Schatzgräberstollen in die Lochwasserleitung
    Einmündung des Schatzgräberstollen in die Lochwasserleitung
    © CTZ Nürnberg
    1545 vollendete der Baumeisters Antonio Fazuni im Graben hinter der Burg seine gewaltigen Basteien. Zur Zeit ihrer Errichtung war die imponierende Anlage einmalig in Deutschland, erregte weithin Aufsehen und diente vielen anderen Städten als Vorbild. Auch im Zweiten Weltkrieg blieb dieses Baudenkmal weitgehend unversehrt und ist deshalb bis heute ein erstklassiges Zeugnis für den Festungsbau der Renaissance in Deutschland.
    Im Inneren führen steile Treppen hinab zu spitztonnengewölbten, beschusssicheren Verteidigungsgängen tief unter den Basteien der Kaiserburg, den Kasematten. Eine schon 1543 angelegte Verbindungstreppe führt noch tiefer in die Felsengänge der Lochwasserleitung. Wann genau mit dem Bau dieser in den Fels geschlagenen, "geheimen Gänge" begonnen wurde, ist nicht überliefert. Aber schon 1459 beschreibt der "Röhrenmeister" Scharpf die bereits bestehende Lochwasserleitung.
    Diese Felsengänge sind schmal, kaum mehr als 60 cm breit und insgesamt etwa zwei Kilometer lang. Die meist aufrecht begehbaren Stollen dienten ursprünglich der Gewinnung und Weiterleitung von Wasser. Seit der Einführung der zentralen Trinkwasserversorgung wurden diese jahrhundertealten unterirdischen Wassergewinnungsanlagen überflüssig und laden heute zu spannenden Entdeckungsreisen ein.
    Kartenverkauf und Treffpunkt für Führungen ist der Brauereiladen der Hausbrauerei Altstadthof, Bergstr. 19. Wegen der engen Gänge sind nur 12 Teilnehmer je Führung möglich.
    Straße:
    Bergstr. 19
    PLZ/Stadt:
    90403 Nürnberg
    Telefon:
    0911 2449859
    Nahverkehr
    Bus 36 (ab Plärrer), Haltestelle Hauptmarkt
    U-Bahn
    U1 (ab Hauptbahnhof), Haltestelle Lorenzkirche
  • Mittelalterliche Lochgefängnisse
    Blick in die Lochgefängnisse
    Blick in die Lochgefängnisse
    © CTZ Nürnberg
    In den Kellergewölben des prächtigen Rathausbaus, nur ein paar Schritte vom Hauptmarkt entfernt, befinden sich die sogenannten Lochgefängnisse. Sie dienten bereits im 14. Jahrhundert als Untersuchungsgefängnis und Verwahrungsort der Häftlinge bis zur Urteilsvollstreckung, waren also keine Haftanstalten im heutigen Sinne.
    Zwölf kleine Zellen und eine größere, ihrer Ausmaße wegen "Kapelle" genannte Folterkammer vermitteln ein bedrückendes Bild des schaurigen Rechtsgebarens früherer Zeiten.
    Die Besichtigung der Lochgefängnisse ist nur im Rahmen einer etwa 20-minütigen Führung möglich. Vom Besuch mit Kindern unter 10 Jahren wird abgeraten.
    Straße:
    Rathausplatz 2
    PLZ/Stadt:
    90403 Nürnberg
    Telefon:
    0911 231 26 90
    Nahverkehr
    Bus 36: Haltestelle Hauptmarkt
    U-Bahn
    U1/ U11: Haltestelle Lorenzkirche, Ausgang in Richtung Hauptmarkt
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Merian Nürnberg Reiseführer
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Tradition und Moderne, Nürnberg verbindet beides: Die Stadt mit der berühmten Kaiser- burg ist eines der meistbesuchten romantischen Reiseziele Europas.
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