Stadtbild
Blick über Paris
Einen ersten Überblick über die Stadt können Sie sich von der Aussichtsplattform in der sechsten Etage des Centre Georges Pompidou verschaffen. Sie sind hier mitten im Zentrum von Paris und hoch genug, um das ganze Häusermeer zu überblicken. Die Stadt liegt wie ein offenes Geschichtsbuch unter Ihnen. Zu Ihren Füßen treibt das knallige Mobile des Strawinsky-Brunnens ein Wasserspiel voran. Weiter oben rücken die Türme der berühmten Kathedrale Notre-Dame in Ihr Blickfeld. Sie steht auf der Ile de la Cité, dem eigentlichen Ursprung der Stadt, auf der sich im 3. Jh. v. Chr. die Parisii ansiedelten.
Vor dem Louvre
© Paris Tourist Office / David Lefranc
Ein bisschen weiter vorne sind die trutzigen Türme des ehemaligen Gefängnisses Conciergerie zu erkennen. Noch weiter vorn, leicht rechts, erstreckt sich der riesige Komplex des Louvre, des einstigen Königsschlosses, das heute das größte Museum der Welt beherbergt. Rechts hinten funkelt die goldene Kuppel des Invalidendoms, in dem Napoléon seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Nicht weit davon entfernt ragt das Symbol der Stadt, der Eiffelturm, hervor. Ganz rechts schließlich, weit im Westen, erheben sich die Wolkenkratzer von La Défense, der größten Bürostadt Europas. Schauen Sie noch weiter nach rechts, in Richtung Norden - dort krönt die weiß blendende Kirche Sacré-Cœur den höchsten Punkt des einstigen Künstlerhügels Montmartre.
Charme und Stil
Die Stadt hat schon so viele Umbrüche, politische Umwälzungen und Krisen erlebt und gleichwohl nichts von ihrer Faszination verloren. Was macht eigentlich das besondere Flair aus? Für die einen sind es die großen Boulevards, auf denen sich wunderbar flanieren lässt. Andere bummeln durch die Rue du Faubourg Saint-Honoré mit ihren Luxusboutiquen oder kaufen in weltberühmten Kaufhäusern wie den Galeries Lafayette oder Printemps ein, die sich besonders im Dezember mit ungewöhnlichen Dekorationen inszenieren. Wieder andere erkunden die unglaubliche Vielzahl der Museen von Weltruf, sitzen in einem Straßencafé oder in einem der vielen Parks - oder sie lassen sich einfach treiben.
Café am Montmartre
© Paris Tourist Office / Amélie Dupont
Selbst das alte Paris, das kleinstädtische, oft dörfliche, sozial ungeschminkte Paris gibt es noch. Hübsche Gassen, windschiefe, niedrige Häuser mit kleinen Cafés oder gemütlichen Restaurants, Geschäfte mit ihren bunten Auslagen, vor denen angeregt geplauscht wird, die Hektik, wenn frische Ware angeliefert wird, oder die faszinierenden Märkte mit ihren bunten Lebensmittelauslagen aus Obst, Gemüse, vielerlei Käsesorten, Fleisch, Wurst und Kuchen, deren Händler ihre Ware oft lauthals anpreisen.
Dieses Alt-Pariser Ambiente kann man etwa finden an der baumbestandenen Place du Marché Sainte-Cathérine im Marais, am Tag der »Fête de la Musique«. An jedem 21. Juni, wenn die Straßen der Stadt voller Musik sind, tanzen hier Jung und Alt, Franzosen und Ausländer, Homos und Heteros gemeinsam zu Chansons der 1930er-Jahre. Es ist auch zu spüren bei einem Spaziergang hinter der Bastille am Canal Saint-Martin mit seinen Schleusen und Brückchen, hinter dem Panthéon um die Rue Mouffetard oder im alten Arbeiterviertel Belleville, dort, wo die weltberühmte Sängerin Edith Piaf geboren wurde.
La Grande Arche in La Défense
© Pascal Fernandez
Alt und Neu
Altes, darunter leider allzu oft Unwiederbringliches, wird gnadenlos abgerissen. Neue, ehrgeizige Projekte, die häufig eine politische Botschaft transportieren, entstehen. »Man kann keine große Politik ohne große Architektur machen«, sagte der frühere Präsident François Mitterrand einmal. Unter seiner Ägide entstanden die große, neue Bibliothèque Nationale de France im Osten der Stadt, das neue Stadtviertel Bercy, der große Bogen in La Défense und die Glaspyramide vor dem Louvre. Die der Staatsgewalt notorisch misstrauisch gegenüberstehenden Pariser maulen und schimpfen zwar, doch sie nehmen vieles nach kurzer Zeit wie selbstverständlich an, so wie einst auch den zunächst heftig umstrittenen Eiffelturm.
Spektakuläre neue Großprojekte stehen angesichts der leeren öffentlichen Kassen momentan nicht an. Dennoch entwickelt sich die Stadt ständig weiter, erneuert sich gewissermaßen selbst. Auf der Suche nach günstigeren Mieten und auf der Flucht vor dem Kommerz sind junge Leute, Künstler und andere in Viertel abgewandert, die noch vor Jahren Rückzugsgebiete sozial Schwacher oder von Immigranten waren. Neue In-Quartiere sind so entstanden: vor einiger Zeit schon die Gegend um die Bastille, die Rue Oberkampf und den Place de la République, seit kurzem sind auch Belleville und der Butte-aux-Cailles angesagt.
Für Parisbesucher erschließen sich Sehenswürdigkeiten, Museen, Parks und traditionelle Viertel, die quartiers, relativ leicht. Das Stadtgebiet ist recht klein, übersichtlich in 20 Arrondissements eingeteilt, mit Métro und Bus gut erschlossen. Lassen Sie sich inspirieren von dieser vielschichtigen, alten und doch immer wieder jungen Stadt!