
Szene in einer Pekingoper
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Traditionelle chinesische Bühnenkunst kennt viele Formen, die populärste Form des Musiktheaters aber stammt aus der Hauptstadt. Gemessen an Chinas langer Theatertradition entwickelte sie sich erst spät: vor 200 bis 150 Jahren.
Anders als die europäische Oper lebt die chinesische nicht von großen Komponisten und Regisseuren, sondern von der Bühnenpräsenz der Mitwirkenden, die vielfach Sänger, Sprecher, Tänzer und Akrobaten in einer Person sind. Zur Faszination trägt auch das Fehlen eines Bühnenbildes bei: Hier ist die Phantasie gefordert. Auch in anderen Dingen muss man mitdenken. Tastet sich beispielsweise jemand bei hell erleuchteter Bühne mit ausgestreckten Armen voran, so weiß man: In Wahrheit herrscht gerade finstere Nacht.

Farbenfroher Darsteller einer Pekingoper
© Martin Zimmermann
Hilfreich zum Verständnis sind die vier Rollentypen: positive männliche Helden, Frauenrollen, männliche Abenteurer (positive und negative, mit maskenhafter Gesichtsbemalung) und Clowns oder Narren mit lustiger weißer Bemalung um Nase und Augen. Die Persönlichkeit des Darstellers ist gefordert, die festgelegten Ausdrucksformen dieser Rollentypen mit Leben zu erfüllen.
Die Opernstoffe sind meist allseits bekanntes Geschichtengut: Volkssagen und dichterisch verbrämte historische Themen. Mutige Helden, liebreizende Frauen und lächerliche Einfaltspinsel verbinden sich zu einer bühnenwirksamen Melange, besonders wenn die Damen auch noch im Schwertkampf bewandert sind oder die Heerführer mit einem Salto die Bühne betreten. Da Ausländer heute meist den Großteil der Zuschauer stellen, haben sich die Bühnen auf sprachunkundiges Publikum eingestellt und präsentieren vorwiegend eine Auswahl an akrobatischen Szenen. Ganze Opern bekommt man nur noch selten zu Gesicht.
Die Eintrittspreise beginnen meist ab 100 Yuan.