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Ausflüge

Teilstück der Chinesischen Mauer
Teilstück der Chinesischen Mauer
© Jörg Kalt / pixelio.de

Auf, in die Berge!

Pekings Ausflugsziele liegen in den Bergen und zu deren Füßen: Große Mauer, Ming-Gräber - und einiges mehr.
Zum heutigen Peking zählt so viel Umland, dass die Stadtgrenze in manchen Richtungen über 100 Kilometer entfernt liegt. 62 Prozent dieser Fläche - praktisch der ganze Norden und Westen - sind bis über 2000 Meter hohes Bergland. Hier liegen Pekings schönste Tempel, hier verläuft die Große Mauer.
Zu vielen der genannten Ziele können Sie organisierte Touren am Reisebüroschalter Ihres Hotels buchen. Ab zwei Personen wird es billiger per Taxi. Manche Attraktionen sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, eventuell in Kombination mit einem Taxi.
Der abgelegene Fahai-Tempel
Der abgelegene Fahai-Tempel
© Baris Selcuk / www.insidebeijing.de

Ba da chu und Fahai si

In den bewaldeten Westbergen, ca. 20 km westlich der Stadt, liegen zwei schöne Ziele in kurzer Taxientfernung voneinander. Auf diesen Ausflügen erleben Sie Natur und religiöse Kunst. Anfahrt per Bus 347 ab Xizhimen bis Ba Da Chu (Endstation), weiter per Taxi (ca. 5 km), zurück nochmal 3 km mit dem Taxi, dann U-Bahn 1 ab Pingguoyuan.
Die "Acht großen Stätten" (Ba Da Chu) sind acht Tempel in einem bewaldeten Tal der Westberge mit Fernblick auf Peking. Mit einem Sessellift (im Winter außer Betrieb) kann man hochfahren und bergab laufen - oder die Riesenrutsche nehmen. Sehr schön sind die yuanzeitlichen Luohan-Figuren im vierten Tempel (Dabei Si). Besonders stimmungsvoll ist die abseits liegende achte Stätte.
Fahai Si: Am bewaldeten Ende eines stillen Tals liegt der anno 1440 erbaute buddhistische Tempel. Seine Haupthalle birgt einen kunsthistorischen Schatz: Die Wände sind mit herrlichen Malereien bedeckt, die die Verehrung Buddhas zeigen. Unvergleichlich graziös: die Guanyin auf der Altarrückwand. Nehmen Sie am besten eine Taschenlampe mit. Dienstag-Sonntag von 9-16 Uhr geöffnet.
 
Legendäres Bauwerk: Die Große Mauer
Legendäres Bauwerk: Die Große Mauer
© Jörg Kalt / pixelio.de

Grosse Mauer

Gestampfte Lehmmauern und Wälle zur Grenzsicherung gab es in China zwar schon vor 2500 Jahren, die heutige Mauer wurde aber größtenteils erst im 16. Jahrhundert errichtet. Nachdem die Ming-Kaiser sich die Mongolen zum Feind gemacht hatten, indem sie ihnen Handels- und Tributbeziehungen verweigerten, glaubten sie, den Konflikt mit einer Befestigung der gesamten Nordgrenze lösen zu können. Die Mauer ist mit über 7 Meter Höhe und bis zu 6 Meter breiter Krone deutlich größer als ihre Vorgängerinnen und zudem solider gebaut: Die aus Backstein oder Naturstein gemauerten Wände sind 1,5 Meter dick, das Innere wurde mit Schotter verfüllt. An exponierten Punkten stehen Wachtürme.
Chinesische Mauer im Abschnitt Mutianyu
Chinesische Mauer im Abschnitt Mutianyu
© Torsten Weidemann / pixelio.de
Bis heute rankt sich um das spektakuläre Bauwerk manche Legende. Den Anstrich der Wissenschaftlichkeit hat die gern kolportierte Behauptung, die Mauer sei als einziges menschliches Bauwerk mit bloßem Auge vom Mond aus zu erkennen. Das entspräche freilich der Kunst, eine Linie von einem Millimeter Breite aus 40 Kilometer Entfernung auszumachen.
Mehrere Abschnitte in der Nähe von Peking wurden restauriert und mit Seilbahnen versehen. Beim 660 Meter hoch gelegenen Pass Badaling - mit Mauermuseum und Panoramakino - drängen sich die Massen (60 km nordwestlich der Stadt, der Eintritt kostet 45 Yuan inklusive Museum, Bus 919 ab Deshengmen, Ausflugsbusse: 1 ab Qianmen, 2 ab Hauptbahnhof, 4 ab Zoo).
Unterwegs auf der Großen Mauer
Unterwegs auf der Großen Mauer
© Torsten Weidemann / pixelio.de
10 km vor Badaling kommt man durch die restaurierte Festung Juyong Guan (Eintritt 40 Yuan). Weniger Trubel als in Badaling herrscht am landschaftlich besonders schönen Abschnitt bei Mutianyu 70 km nordöstlich der Stadt (Eintritt 35 Yuan, Bus 916 ab Dongzhimen bis Huairou, dann Taxi). Wer es noch ruhiger und urtümlicher möchte, fährt 120 km nach Nordosten zu dem besonders steilen, nur teilweise restaurierten Mauerstück beim Dorf Simatai. Dort bieten Bauersfrauen auch Schlafplätze an. Der Eintritt kostet 30 Yuan, hin kommen Sie mit dem Überlandbus ab Dongzhimen oder der Eisenbahn bis Miyun, dann mit dem Taxi, oder gleich im Taxi ab Peking.
Marco-Polo-Brücke (Lugouqiao)
Marco-Polo-Brücke (Lugouqiao)
© Baris Selcuk / www.insidebeijing.de

Marco-Polo-Brücke

"Keine Brücke der Welt kann sich mit dieser vergleichen. Sie misst ganze 300 Schritt in der Länge und acht Schritt in der Breite", schrieb Marco Polo, wie üblich ganz hingerissen von Chinas Wundern. Wie weit der elfbogige, schöne Marmorbau von heute mit dem Originalbau vom Ende des 12. Jahrhunderts identisch ist, ist zwar nicht ganz klar, doch Polos Maßangaben harmonieren mit den heutigen: 266,5 m Länge, 7,5 m Breite. Auch die Geländer beschrieb er treffend.
Berühmt ist die Brücke noch aus einem zweiten Grund: Am 7. Juli 1937 nahmen die Japaner hier eine inszenierte Schießerei zum Vorwand für die Besetzung Chinas. In Ostasien bildete dieser "Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke" den Auftakt zum Zweiten Weltkrieg.
Ming - Gräber bei Peking
Ming - Gräber bei Peking
© Oliver Brunner / pixelio.de

Ming-Gräber

Die Grabtempel wurden am Fuß einer Bergkette 44 km nördlich der Stadt in den Jahren 1409 bis 1644 angelegt. Auch Haupt- und Nebenfrauen wurden hier beigesetzt. Der Grundriss der Anlagen ähnelt der Form eines Schlüssellochs: Zum nördlich verlaufenden Höhenzug hin erhebt sich jeweils der mit einer Mauer eingefasste, baumbestandene Grabhügel, davor liegt das längliche Tempelareal. Wo dessen Mittelachse auf den Hügel trifft, ragt ein gewaltiger steinerner Stelenpavillon mit der Grabinschrift des jeweiligen Kaisers auf.
Dingling, die viel besuchte Ruhestätte des Wanli-Kaisers (1563 bis 1620), ist die einzige, deren Marmorgrüfte geöffnet wurden. Sie sind sehr geräumig, doch ansonsten eher enttäuschend. Interessanter ist die Ausstellung der kostbaren Grabbeigaben in den Seitenhallen des hinteren Hofs. Der Eintritt kostet von April bis Oktober 60 Yuan, sonst 40 Yuan.
Steinfigurenstraße zur Nekropole
Steinfigurenstraße zur Nekropole
© Oliver Brunner / pixelio.de
Das Changling ist das größte, älteste und am besten erhaltene Mausoleum. Der hier bestattete Kaiser Zhu Di (1360-1424) mit dem postumen Titel Chengzu wird nach dem Namen seiner Ära (1403 bis 1424) gewöhnlich "Yongle-Kaiser" genannt. Er veranlasste den Ausbau Pekings zur Hauptstadt und war nächst seinem Vater, dem Dynastiegründer, die bedeutendste Herrschergestalt der Ming-Zeit. Einzig in seinem Grabtempel blieb die Opferhalle erhalten, ein eindrucksvoller Bau mit 32 Säulen aus kostbarem Nanmu-Holz. Sie birgt eine Ausstellung von Grabbeigaben aus dem Dingling. Der Eintritt kostet von April bis Oktober 45 Yuan, sonst 30 Yuan.
Das kleine Mausoleum Zhaoling, südwestlich des Dingling gelegen, erfreut vor allem durch seine ruhige Atmosphäre. Der Eintritt kostet von April bis Oktober 30 Yuan, sonst 20 Yuan.
Der berühmteste Teil der Nekropole ist wohl der Zugang, der "Seelenweg". Dort erweisen 36 große Steinfiguren - Löwen, Elefanten, Fabeltiere, zivile und militärische Beamte - den verstorbenen Majestäten ihre Reverenz. Der Eintritt kostet von April bis Oktober 30 Yuan, sonst 20 Yuan.
Jietai Si Tempelkloster
Jietai Si Tempelkloster
© Peter Danford / The China Guide

Tempelklöster Jietai Si und Tanzhe Si

Jietai Si: Das große Kloster liegt an einem Berghang mit Fernsicht. Zu ihm gehören Dutzende von Gebäuden, darunter bis zu 800 Jahre alte Grabpagoden. Namengebend ist die imposante dreistufe Ordinationsterrasse ("jietai") in einer Halle rechts der Hauptachse. Mit ihrem Figurenschmuck stellt sie den Weltenberg Sumeru dar. Ehrwürdig sind die skurrilen Kiefern und andere bis zu 1000 Jahre alte Bäume. Hier gibt es auch eine Übernachtungsmöglichkeit. Täglich von 8-18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 30 Yuan.
Tanzhe Si: Das inmitten bewaldeter Berge idyllisch gelegene Tempelkloster wurde bereits um das Jahr 300 gegründet. Die meisten heutigen Bauten stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Mächtige alte Bäume, darunter ein tausendjähriger Ginkgo, spenden Schatten. Täglich von 8.30-18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 30 Yuan.

Xiangshan

Einst unternahmen die Kaiser in diese Gegend Jagdausflüge. Bis heute blieben mehrere Bauten kaiserlicher Provenienz erhalten, darunter eine ganz mit glasierten Ziegeln bedeckte Pagode.
Blick vom Xiangshan
Blick vom Xiangshan (Duftende Berge)
© Baris Selcuk / www.insidebeijing.de
Auf den Gipfel mit herrlicher Aussicht schwebt man bequem im Sessellift (Mitte März bis Oktober, 30 Yuan pro Strecke). In der Ferne erkennt man die Pagode des Jadequells (an der ergiebigsten Süßwasserquelle in Peking und Umgebung) sowie den Sommerpalast.
Neben dem Haupteingang zum Park liegt das einst bedeutende "Kloster der azurblauen Wolken" (Biyun Si). Es ist zwar nicht mehr in Betrieb, doch ehrwürdig und schön gelegen. Hier wurde 1925-29 der Leichnam des Republikgründers Sun Yatsen verwahrt (Gedenkhalle). Besonders schön ist die "Diamantthronpagode" am Ende der Anlage, ein mächtiger, reich mit Reliefs verzierter Bau in indischem Stil (18. Jahrhundert). Die zweite große Attraktion ist die Halle der 500 Luohan (Wegweiser "Arhats Hall"). Fast lebensgroße, vergoldete Skulpturen dieser heiligen Mönche sitzen hier in langen Reihen. Individuell gestaltet, halten sie mit dem Besucher stille Zwiesprache. Täglich von 8.30-16.30 Uhr geöffnet (Einlass bis 16 Uhr).
Eine Bushaltestelle vor dem Xiangshan kommt man zum Botanischen Garten mit dem "Tempelkloster des schlafenden Buddha" (Wofo Si). Es beeindruckt mit seiner gepflegten Anlage und seinem Bildschmuck. Den Anfang macht die Halle der Himmelskönige mit je zwei Wächterfiguren zu beiden Seiten und dem Dickbauchbuddha in der Mitte. Auf seiner Rückseite wacht Weituo, des Glaubens General, über den heiligen Bezirk. In der zweiten Halle verkörpern die Buddhas der Drei Zeitalter die Ewigkeit der Lehre und die Erlösungshoffnung. An den Seitenwänden reihen sich die achtzehn heiligen Mönche (Luohan). Den Höhepunkt bildet die dritte Halle mit der 5,2 Meter langen Bronzefigur des schlafenden Buddha (beim Eintritt in das Nirwana) im Kreise seiner zwölf Jünger. Alle Figuren entstanden zur Mongolenzeit im 13. oder 14. Jahrhundert. Täglich von 8-16.30 Uhr geöffnet.
Der Weg zum Kloster führt durch Pekings Botanischen Garten, vorbei an Chinas größtem Gewächshaus. Der supermoderne Bau ist eine Sehenswürdigkeit für sich.
 
Stadtplan Peking
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Große Mauer
Große Mauer
Ein Ausflug zum legendären Bauwerk in Pekings Bergen.
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