
Viele Gebäude des Kaiserpalastes dienen auch als Museum
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Die Kaiser waren Chinas größte Kunstsammler. Das meiste wurde von den besten Handwerkern im Lande eigens für den Hof hergestellt, andere Schätze kamen als Tributgeschenke hinzu, manches wurde auch regulär gekauft. Was auf diese Weise im Laufe der Jahrhunderte an Möbeln, Jade, Goldschmuck, Porzellan, Gemälden, Plastiken und Kuriositäten zusammenkam, ist an Größe und Wert schlichtweg unvergleichlich. Die Mehrzahl der Schätze wurde in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts in 13427 Kisten verstaut vor den anrückenden Japanern nach Süden abtransportiert. Damit begann eine wahre Odyssee, an deren Ende der kostbarste Teil der kaiserlichen Sammlung in Taipei auf Taiwan landete, wo sie nun im dortigen Palastmuseum zu sehen ist. Der in Peking verbliebene Rest braucht sich jedoch nicht zu verstecken - weder was die Zahl der Schätze noch was ihren Wert angeht.
Die Exponate befinden sich jedoch nicht in einem zweckgerecht errichteten Museum, sondern verteilen sich auf zahllose Einzelgebäude des Kaiserpalastes, wo sie jahrzehntelang eher lieblos präsentiert wurden - ein Zustand, der teilweise noch anhält. Da heute ein großes Renovierungs- und Restaurierungsprogramm läuft, müssen Teile der Sammlungen immer mal wieder umziehen oder verschwinden auf unbestimmte Zeit im Magazin. Im Zuge dieser Umstrukturierung werden aber auch moderne Ausstellungstechniken eingeführt, vor allem eine anständige Beleuchtung und englische Beschriftung.
Malerei aus Ming- und Qing-Zeit: Ein kleiner Teil der Bestände wird im frisch renovierten Wuying-Dian-Komplex gezeigt. Da die Tuschbilder lichtempfindlich sind, wird häufiger gewechselt. Zugang durch das Seitentor links im ersten Palasthof, weiter geradeaus, dann rechts. Eine zweite Gemälde- und Kalligrafieausstellung birgt die östliche Nebenhalle des Yanxi Gong. Südöstlicher der Sechs östlichen Paläste (Dong Liu Gong)
Buch- und Druckkunst: Zimelien der Palastdruckerei sind in den Seitenhallen des Wuying-Dian-Komplexes zu sehen.
Seidenmalerei und -kalligrafie, Stickarbeiten: Neu konzipierte Ausstellung in der großen mittleren Torhalle auf dem südlichen Palasttor Wumen. Zugang über die westliche Treppe vom ersten Hof aus.
Zeremonialgerät und Kostüme: Hier sieht man die Paraphernalien der großen Zeremonien, wie sie in vor den großen Thronhallen und an den kaiserlichen Altären stattfanden. In den westlichen Seitenhallen des ersten Hofs.
"Treasures of the Qing Palace": Unter diesem Titel steht eine thematisch weit gespannte Ausstellung in den westlichen Seitenhallen der großen Thronhallen. Zu sehen sind Waffen, Musikinstrumente, Gebrauchsgegenstände, wissenschaftliches Gerät (zur Himmelsbeobachtung und Kalenderberechnung), Tributgaben und Geschenke an den Palast, Produkte der Palastwerkstätten und anderes mehr.
Uhren und Automaten: Eine sehr schöne und in den an sich schon eindrucksvollen Bauten des Fengxian-Dian-Komplexes auch schön präsentierte Schau. Das meiste sind Prunkuhren europäischer Provenienz, die als Tributgeschenke hochwillkommen waren. Die riesige chinesische Wasseruhr gleich vorne rechts ist als Pavillon gestaltet. In der Mitte der hinteren Halle werden einige Spieluhren mehrmals täglich vorgeführt. Der Sondereintritt beträgt 10 Yuan.
Schatzkammern: Goldgefäße für Hofzeremonien, Prunkgewänder, schmucküberladene Reliquienpagoden - nicht immer das Geschmackvollste, aber durchweg beeindruckend. Ein typisch chinesisches Material beim Kopfschmuck sind leuchtend blaue Eisvogelfedern, die zurechtgeschnitten und aufgeklebt werden. In der hinteren Schatzhalle folgen Jadeschmuck, Tischaufsätze, Glückszepter und Kuriositäten. Der Sondereintritt beträgt 10 Yuan, im Ningshou Gong.
Theatersammlung: Sinnreich untergebracht in der Zuschauergalerie des Palasttheaters von 1776 mit seiner doppelstöckigen Bühne. Zu sehen sind Kostüme und Illustrationen. Östlich des Hofes hinter dem Tor Yangxing Men.
Interieur: Kleiner Teil der einst gezeigten Möbelsammlung. Sehenswert sind die Halle Yangxing Dian und das Schlafzimmer der Kaiserinwitwe Cixi in der Halle Leshou Tang. An deren Nordausgang trifft eine ungeheuer kostbare, im künstlerischen Wert freilich eher zweifelhafte monumentale Jadeplastik den Zeitgeschmack ab dem späten 18. Jahrhundert. Sie stellt den Urkaiser Yu inmitten einer phantastischen Berg-Wasser-Szenerie als Bezwinger der Fluten dar. Allein der Transport des Steins aus der Provinz Xinjiang in Zentralasien nach Peking soll drei Jahre gedauert haben. Nördlich des Tores Yangxing Men.
Siegel: Kaiserliche Siegelstempel - persönliche wie amtliche - finden sich hier verteilt auf zwei Hallen. Jingren Gong (südwestlicher der Sechs östlichen Paläste)
Porzellan: Derzeit nur eine stark reduzierte Schau, instruktive Scherbensammlung. Westliche Nebenhalle des Yanxi Gong (südöstlicher der Sechs östlichen Paläste)
Altchinesische Bronze: Die kostbaren Ritualgefäße aus den Dynastien Shang und Zhou (ca. 16.-3. Jahrhundert v. Chr.) beeindrucken auch heute noch. Chengqian Gong (mittlerer westlicher der Sechs östlichen Paläste)
Jade: Erstklassige Sammlung, leider noch immer lieblos präsentiert. Wer in den beiden Hallen jeweils links beginnt, kann sehr gut die Stilentwicklung über mehr als drei Jahrtausende verfolgen. In den nördlichen der Sechs östlichen Paläste (Dong Liu Gong)
Cloisonné: Diese aus Vorderasien stammende Emailkunst entwickelte sich in China seit dem 15. Jahrhundert zu höchster Blüte. In den östlichen Nachbarhöfen der Jadesammlung.
Von März-Oktober täglich von 8.30-17 Uhr geöffnet, ansonsten täglich bis 16.30 Uhr, der Eintritt kostet 60 Yuan.