Was ist das: eine Skulptur? Eine Tribüne? Ein Museum? Eine Parkanlage? Ein Geschichtsbuch? Tatsächlich ist dieses außergewöhnliche Gebilde alles zusammen - und darüber hinaus noch einiges mehr.
Kern des zum 1. Oktober 2000 eröffneten Monuments ist ein kreisrundes Gebäude, aus dessen von unten bis oben besteigbarem Dach eine futuristische Stahlnadel in den Himmel sticht. In dem kegelstumpfförmigen Sockel befinden sich Ausstellungssäle und ein Veranstaltungsraum sowie die "Millenniumshalle", in der ein umlaufendes, wandhohes Relief mit 268 (teils legendären) Gestalten der Vergangenheit den Ruhm von, wie es heißt, "5000 Jahren chinesischer Zivilisation" vor Augen führt. Der obere Teil des Gebäudes (mit der Nadel) soll - gegenüber dem Kegelstumpf als der Erde - den Himmel symbolisieren; er kann sich in 2,6 Stunden (oder langsamer) einmal um sich selbst drehen.
Zum Monument gehört ein langer Vorplatz. Er beginnt im Süden mit einer runden Senke, in der eine ewige Flamme brennt und zwei Springbrunnen den Gelben Fluss und den Jangtse verkörpern. Von dort führt ein 262 m langes Bronzeband nach Norden, das lauter Inschriften trägt: eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse in Chinas Vorgeschichte und Geschichte (beginnend mit dem Pekingmenschen), für die historische Ära Jahr für Jahr. Auf der Rückseite des Monuments erstreckt sich ein Park. Dort hängt in einem Pavillon die 6,8 Meter hohe "Millenniumsglocke", die am 1. Januar 2000 erstmals erklang.
Der chinesische Ausdruck für das Monument heißt in wörtlicher Übersetzung "Altar der Jahrhunderte". Er verweist auf den tieferen Sinn der Anlage: Mit der ewigen Flamme und der Riesenglocke wird Chinas Geschichte hier zu etwas Heiligem, quasi Religiösem erhoben. Die runde Form des Baus und seine Symbolik erinnern denn auch nicht ganz zufällig an den Himmelsaltar. Täglich von 8.30-17.30 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 30 Yuan.
Straße:
westlich vom Militärmuseum
U-Bahn
U-Bahn 1: Junshi Bowuguan