Werkstätten für glasierte Ziegel, wie der Name behauptet, gibt es hier längst nicht mehr: Die Liulichang ist das traditionelle Zentrum des Pekinger Antiquitätenhandels. Viele der historisch aussehenden Häuser entstanden zwar erst nach 1980, sie lassen jedoch erahnen, wie harmonisch Pekings Stadtbild früher einmal war.
"Große Straße am Brunnen der Königsresidenz" bedeutet der volle Name von Pekings Hauptgeschäftsstraße - Wangfujing Dajie -, doch alle Welt sagt nur einfach Wangfujing. Dank neuer Konsumtempel und der Umwandlung zur Fußgängerzone ist die südliche Hälfte heute eine fast mondän anmutende Flaniermeile mit Straßencafés und abendlichen Musikfontänen vorm alten Kaufhaus Baihuo Dalou.
U-Bahn:
U-Bahn 1: Wangfujing
Karte:
Chang‘an Jie
Das Herzstück von Pekings gewaltiger Ost-West-Achse steht im allgemeinen Sprachgebrauch häufig für den ganzen 30 km langen, schnurgeraden Boulevard. Nur das Stück in der Mitte zu beiden Seiten des Tores Tian‘an Men existierte schon im alten Peking - von damals stammt auch der Name "Straße des langen Friedens". Der große "Rest", Produkt kommunistischen Städtebaus, sollte die historische Nord-Süd-Achse konterkarieren. Im Bereich Jianguomennei stehen die absonderlichsten Beispiele für den historisierenden neuen Hochhausstil: Ergebnisse patriotischer Pflichtübungen. Das neueste Megaprojekt wurde zwischen Wangfujing und Dongdan realisiert: der Komplex Oriental Plaza des Hongkonger Tycoons Li Kashing. Etwas noch Spektakuläreres steht neben der Großen Halle des Volkes zur Eröffnung an: das vom Franzosen Paul Andreu entworfene, sehr umstrittene Nationaltheater. Es gleicht einer gigantischen Linse und soll, wenn fertig, völlig von Wasser umgeben sein, mit Zugang durch einen Tunnel.