Auf der 10 m breiten und 520 m langen Brücke buhlen heute ukrainische Karikaturisten, tschechische Puppenspieler und amerikanische Gitarristen um die Aufmerksamkeit der Passanten. 400 Jahre lang war die auf 16 Pfeilern ruhende gotische Karlsbrücke die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite. Kaiser Karl IV. ließ sie 1357 unter der Aufsicht von Peter Parler bauen - mit blanker Brüstung: Erst zwischen 1657 und 1714 kamen die meisten der heute kaum wegzudenkenden Figuren hinzu. Die bekannteste Statue dürfte der hl. Nepomuk sein (von der Altstadtseite die achte Figur rechts, sie war 1683 eine der ersten auf der Brücke). Der Brückenheilige schützt auch in der böhmischen Provinz, in Schlesien, entlang der Elbe und in Bayern vor Hochwasser und Schiffsunglücken.
Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen - die blank geriebene Stelle macht klar, wie viele Besucher daran glauben. Zwischen dem sechsten und siebten Pfeiler rechts markiert ein Kreuz in der Brüstung den Ort, wo der Priester vor 600 Jahren von den Schergen des Königs Wenzel IV. in den Fluss gestürzt wurde. Er hatte sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis gehalten. Die erste Figurengruppe der Karlsbrücke war 1657 übrigens die Kreuzigungsszene (dritte Statue rechts), die bisher letzte das Heiligenduo Kyrillos und Methodios (1938, fünfte Statue rechts). Der Aussichtsturm ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Straße:
Karlův most
U-Bahn:
Metro: Staroměstská (A)
Karte:
Čech-Brücke
(Čechův most)
Die elegante Jugendstilbrücke wurde zwischen 1906 und 1908 nach Entwürfen des Ingenieurs Josef Soukup und des Architekten Jan Koula gebaut und verbindet die Altstadt mit dem Kai des Letná-Parks. Die Statue der Siegesgöttin Victoria stammt von dem Bildhauer Antonín Popp, der auch den imposanten Löwen auf dem Dach des Nationalbankgebäudes (Náměstí Republiky) schuf. Eindrucksvoll sind ebenfalls die Figuren der Fackelträger von Karel Opatrný.