Wer Rom entdecken will, muss auf die Piazza gehen. Sie ersetzt den Römern den salotto, die gute Stube, denn viele wohnen laut und scheußlich an der Peripherie oder eng auf eng bei der Schwiegermutter. Aber die Piazza ist das Leben: Markt, Jahrmarkt, Schwatzbörse, Demonstrations- und Andachtsort, Richtstätte des guten Geschmacks und Circus Maximus der Eitelkeit, wo die Italiener ihrer kostenlosen Lieblingsbeschäftigung nachgehen und "bella figura" machen. Das heißt, mit unnachahmlicher Eleganz, dem banalen Alltag enthoben, herumstehen und nebenbei ein Auge auf ansehnliche Touristinnen werfen.
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