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Stadtgeschichte

Die kapitolinische Wölfin säugt Romulus und Remus
Die kapitolinische Wölfin säugt Romulus und Remus / © Museo Nuovo

Die Gründungssage

Der Sage nach haben die Zwillinge Romulus und Remus, Kinder des Mars mit der Vestalin Rhea Silvia, die Stadt Rom gegründet. Nach ihrer Geburt auf dem Tiber ausgesetzt, wurden die beiden angeblich von einer Wölfin gesäugt und dann von einem Hirten aufgezogen. Als Siedlungsort für sich und ihr Gefolge, die Latiner, wählten sie das Gebiet zwischen den berühmten sieben Hügeln. Romulus tötete schließlich seinen Bruder Remus im Streit um die Herrschaft über die neugegründete Stadt. Weil den Latinern außerdem Frauen zur Bevölkerung Roms fehlten, raubten sie die Frauen vom Stamm der Sabiner.

Könige und Republik

Tatsächlich stammen die ersten Siedlungsspuren zwischen den sieben Hügeln Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius aus der Zeit um 900 v. Chr. Wahrscheinlich haben Menschen aus den beiden Stämmen der Latiner und der Sabiner dort eine gemeinsame Siedlung angelegt und bis zum 5. Jh. v. Chr. unter der Herrschaft etruskischer Könige gelebt. Nach einer Revolution und der Vertreibung der etruskischen Herrscher wurde Rom um 500 v. Chr. zur Republik erklärt. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von Ständekämpfen zwischen den wohlhabenden Patriziern, die im Rat über die Verfassung bestimmten und den freien aber rechtlosen Plebejern.
Augustus mit der Corona Civica
Augustus mit der Corona Civica

Punische Kriege und Kaiserzeit

In den Punischen Kriegen (264-146 v. Chr.) unterwirft Rom ganz Unteritalien und wird zum geographischen und politischen Zentrum des Römischen Reiches. Gegen Angriffe von außen wird die Servianische Mauer errichtet, in Rom entstehen die ersten Aquädukte und Straßen wie die Via Appia. Die damals gültige Rechtsordnung ist die Grundlage der heutigen europäischen Rechtsordnung. Unter der Herrschaft von Julius Caesar werden die immer wieder aufflackernden Bürgerkriege beendet und eine Reihe von Reformen durchgeführt. Nach der Ermordung Caesars 44 v. Chr. wird seine Neffe Octavian zum ersten römischen Kaiser Augustus. Rom verfügt mittlerweile über ein funktionierendes Frisch- und Abwassersystem und gut ausgebaute Straßen. Für den Schutz der Bevölkerung sorgen die "Vigiles", eine Art Feuerwehr mit Polizeifunktion. Der Ausbau Roms wird erst durch den Großbrand unter Nero im Jahr 64 vorübergehend unterbrochen.
Das Colosseum bei Nacht
Das Colosseum bei Nacht
© Aaron Logan

Blüte und Niedergang

Bis 300 n. Chr. wächst Rom zur Weltstadt. In dieser Zeit entstehen die berühmtesten und gigantischsten Baudenkmäler, wie das Kolosseum und die Kaiserforen. Es gibt Thermen, Bibliotheken, Theateraufführungen und Gladiatorenkämpfe, die Kanalisation wird immer weiter ausgebaut und Straßen verbinden Rom mit ganz Italien ("Alle Straßen führen nach Rom"). Ab 400 beginnt die Macht des Römischen Reiches allerdings zu bröckeln und trotz neu errichteter Befestigungsmauern wird die Stadt in den folgenden Jahrhunderten von den Westgoten, den Vandalen und den Burgundern geplündert. Im Gotenkrieg wird die Stadt fast vollständig zerstört, das städtische Leben kommt während den jahrelangen Belagerungskämpfen vollständig zum Erliegen. Weitere Angriffe durch die Langobarden, die Sarazenen und die Normannen lassen die Stadt immer kleiner werden.

Papsttum und Aufstieg

Erst der Aufstieg des Papsttums im 11. Jahrhundert läßt die Stadt wieder aufleben. Nach einem kurzen Rückschlag durch das Exil der Päpste in Avignon erlebt Rom ab dem 14. Jahrhundert eine erneute Blütezeit. Mit den Künstlern der folgenden Zeitalter Rennaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus erlangt Rom seinen alten Glanz wieder, alte Bauwerke werden restauriert und neue entstehen. In der Folgezeit bleibt Rom von größeren Zerstörungen verschont, die Eroberung durch Napoleon Bonaparte im Jahr 1797 ist nur eine kurze Etappe seiner langen Geschichte und als 1871 die Truppen des Vereinigten Italien einmarschieren und Rom zur neuen Hauptstadt erklären, zieht sich der bisher regierende Papst in den Vatikan zurück. Auch im Zweiten Weltkrieg erlebt Rom durch eine rechtzeitige Kapitulation keine bedeutenden Verwüstungen mehr.
 
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