Er ist der teuerste Markt Roms, aber viele Römerinnen schwören auf ihr "Blumenfeld" im Herzen der Stadt, wo es viel Grünzeug, Gemüse und sogar Kleidung, aber nur wenige Blumen gibt. Der Name stammt von einer blumigen Rinderweide, die sich hier im Mittelalter befand. Zwischen Corso Vittorio Emanuele und der edlen Piazza Farnese gelegen, von hohen, restaurierten Palästen umgeben, ist er besonders abends, wenn hier die Wirte ihre Tische eindecken, ein romantischer Essplatz.
Nicht nur die Säule des Trajan, auch die etwas kleinere Marc-Aurel-Säule auf der Piazza Colonna glänzt frisch restauriert. Zu Ehren Marc Aurels nach seinem Sieg über die Markomannen 176 n. Chr. errichtet, sind die umlaufenden Friese eine wunderbare Sittengeschichte des Altertums - auch zur Anschauung für die heutigen Politiker, denn rechter Hand liegt der Palazzo Chigi, Sitz des Ministerpräsidenten, und dahinter, auf der Piazza di Montecitorio, tagt das Parlament. Bei Demonstrationen können die Politiker durch einen unterirdischen Gang zwischen den beiden Häusern entfliehen.
Die große Renaissancepiazza war Empfangsraum für alle, die über die Via Cassia oder die Via Flaminia kamen. Als Königin Christina von Schweden 1655 ante portas stand, hatte Bernini gerade das Renaissancetor von Michelangelo umgebaut. Giuseppe Valadier schuf 1830 die klassizistischen Treppen und Galerien zum Pincio hinauf.
Die barocke Arena ist noch heute der beliebteste Treffpunkt aller Römer. Eine herrschaftliche Bühne für arme Darsteller und reiche Selbstdarsteller, mäßige Maler und fliegende Händler, prominente Flaneure und Promenadenmischungen. Das Prunkstück der Piazza, die Fontana dei Quattro Fiumi, stammt von Bernini, der Neptunbrunnen im Norden von Giacomo della Porta.
Der 1667 vollendete Petersplatz ist ein Meisterwerk - auch der optischen Illusionen. Denn der kreisförmig anmutende Platz ist in Wirklichkeit eine Ellipse und das flach wirkende Rechteck vor dem Dom ein 4 m ansteigendes Trapez. Von den kleinen Marmorplatten links und rechts des Brunnens betrachtet, verschmelzen die vier Säulenreihen zu einer einzigen Kolonne. Die halbkreisförmigen Kolonnadenkränze, mit 140 Heiligen bestückt, wirken wie einladende Arme. So erreichte Barockbaumeister Gianlorenzo Bernini sein Ziel: Michelangelos perfekte Kuppel, die hinter der missproportionierten Domfassade von Carlo Maderno fast verschwand, rückte wieder in den Mittelpunkt. Bernini war sich dessen bewusst, denn er versprach: "Über mich sollt ihr nur von großartigen Werken erzählen".
"Ich mag den Spruch einer alten Römerin: Inmitten dieser 3000 Jahre sind meine Sorgen klein."
Autorin Eva-Maria Kallinger kennt "ihre" Stadt in allen Facetten.