Früher rollte der gesamte Verkehr des römischen Weltreichs über diese wichtige Straße. Kaiser, Händler, Beamte und Militärs zogen über die Via Appia Antica, die der Zensor Appius Claudius Caecus 312 v. Christus angelegt hatte, Richtung Süden bis zum Hafen Brindisi. Heute braust leider der Autoverkehr über die nur 4,30 m breite Straße. Es gibt keine Bürgersteige, so dass Sie auf dem ersten Kilometer hinter der Porta San Sebastiano gnadenlos an die Mauern gedrängt werden.
Zum Glück ist die Via Appia nun an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr für Autos gesperrt und damit ein neues Fußgänger- und Fahrradparadies (Fahrradverleih von 9.30 bis 17 Uhr, Tel. 065 12 63 14, gegenüber der Quo-Vadis-Kirche), gesäumt von antiken Grabmälern, Aquädukten und den oft illegal erbauten neueren Villen. 1997 verwandelte man den größten Teil der Straße in einen großen archäologischen Park, um ein echtes Stück römischer "campagna" zu erhalten.
Nahverkehr:
Bus 218 ab S. Giovanni in Laterano, Archeobus von Stazione Termini (Piazza Cinquecento), 10-17 Uhr
Am schmalen Corso, der im Mittelalter Via Lata, "breite Straße", hieß, bauten die Adeligen ihre Paläste. Statt von Kutschen wird sie heute trotz Innenstadtsperrung massenhaft von Bussen, Taxen und Regierungslimousinen beherrscht. Nur zur Piazza del Popolo hin ist sie verkehrsberuhigt. Junge Mode hat sich in den Geschäften ausgebreitet. So ist der alte Corso für die jungen Römer zur Flanierstraße geworden.
Früher standen Pilger nach dem Marsch durch die kleinen Gässchen des Borgo Pio plötzlich vor dem ehrwürdigen Petersplatz. 1937 schlug Benito Mussolini eine breite Schneise durch das Borgo und erfüllte mit der repräsentativen Zufahrtsstraße vom Tiber den Päpsten einen alten Wunsch. Die "Straße der Versöhnung" erinnert an den Abschluss der Lateranverträge 1929, die den Frieden zwischen Papst und italienischem Einheitsstaat besiegelten.
Nahverkehr:
Bus 23, 40, 62
Karte:
Via Condotti
Zwischen dem lauten Corso und der Spanischen Treppe befindet sich Roms teuerste und eleganteste Geschäftsstraße. Auch die parallel liegenden Via Borgognona und Via Vittoria bieten das Feinste vom Feinen der Modebranche. Wenn Sie Ihren Blick mehr auf die flanierenden Römer neben Ihnen werfen, steuern Sie an den sündhaft teuren Versuchungen in den Boutiquen gut vorbei.
Nahverkehr:
Bus 117
Karte:
Via Giulia
Sie ist noch immer eine romantische Straße mit blühenden Zweigen, die über alten Gemäuern hängen, mit Brunnen und Torbögen. Der Renaissancepapst Julius II. ließ seinen Baumeistern freie Hand bei der Gestaltung der herrschaftlichen Zeile. Viele Paläste gehörten den Medici und anderen Florentinern. Im Haus Nr. 85 lebte Hofmaler Raffael mit seiner jeweiligen Geliebten, in Nr. 66 Baumeister Antonio Sangallo. Und die Nr. 93 war der Palast des späteren Papsts Paul III.
"Ich mag den Spruch einer alten Römerin: Inmitten dieser 3000 Jahre sind meine Sorgen klein."
Autorin Eva-Maria Kallinger kennt "ihre" Stadt in allen Facetten.