Bellini, Carpaccio, Giorgione, Tintoretto, Tizian und Veronese, Canaletto, Guardi, Longhi, Piazzetta und Tiepolo … Kaum ein prominenter Repräsentant der mehr als 500-jährigen Geschichte der venezianischen Malerei, der in diesem am Südufer des Canal Grande gelegenen Museum nicht vertreten wäre. Kein Wunder, dass diese Gemäldegalerie zu den bedeutendsten der Welt, ein Besuch in ihr zu den absoluten Musts für jeden Venedigreisenden zählt. Lassen Sie sich von den Besucherschlangen, die sich zur Hauptsaison gelegentlich vor der neoklassizistischen Fassade bilden, nicht abschrecken: Was die Geduldigen in den zwei Dutzend Sälen des geräumigen, aus der ehemaligen Kirche, dem Kloster und der Scuola della Carità gebildeten Gebäudekomplex erwartet, lohnt längeres Warten allemal. Die Reservierung einer Karte mit Besichtigungstermin (Tel. 04 15 20 03 45) kostet zwar einen Euro extra, erspart Ihnen jedoch mögliche lange Wartezeiten.
1817 wurde die Accademia mit dem Ziel gegründet, die durch die Säkularisierung vieler Kirchen und Klöster in alle Himmelsrichtungen verstreuten Schätze wieder unter einem Dach zu vereinen. Außerdem sollte den örtlichen Kunststudenten möglichst umfassendes Anschauungsmaterial geboten werden. Dank privater Schenkungen, Rückerstattungen und Neuerwerbungen ist der Bestand seither massiv gewachsen. Das Resultat: Nirgendwo sonst auf der Welt bekommt man den Werdegang der Malkunst in der Lagunenstadt so lückenlos vor Augen geführt.
Aus den über 800 Meisterwerken seien folgende auf Grund ihrer herausragenden Bedeutung hervorgehoben: mehrere Madonnen Giovanni Bellinis, Gentile Bellinis "Wunder der Kreuzreliquie", Vittore Carpaccios Bilderzyklus zur "Ursula-Legende", Giorgiones "Gewitter" und "Die Alte", diverse alttestamentarische Szenen und Heiligenporträts von Tintoretto und Paolo Veronese, Alltagsszenen von Pietro Longhi, Landschafts- und Stadtansichten von Canaletto und Francesco Guardi. Und schließlich Tiziano Vecellio alias Tizian: Der Gigant unter den Großmeistern der Renaissance ist unter anderem mit einem wunderbaren "Johannes der Täufer", seinem letzten Werk, der Pietà, und, nahe dem Ausgang, mit dem "Tempelgang Mariae" vertreten, der sich als einziges von Tizians Bildern noch an jenem Platz befindet, für den es geschaffen wurde. Dienstag-Sonntag von 8.15-19.15 Uhr geöffnet, Montag von 8.15 bis 14 Uhr, die Öffnungszeiten ändern sich allerdings häufig, eine Kombikarte mit Galleria Franchetti/Ca dOro und Museo di Arte Orientale kostet 11 Euro.
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Anleger: Accademia