Vom 14. bis ins ausgehende 18. Jahrhundet war diese Werft, in der Venedig sämtliche Schiffe seiner riesigen Kriegs- und Handelsflotte fabrizieren ließ und auch Waffen und Pulver lagerte, das Zentrum der größten Seemacht im östlichen Mittelmeer und dementsprechend streng bewacht. Das 320 000 m² große Areal ist für Unbefugte nach wie vor weitgehend unzugänglich. Doch werden in seinen Hallen heute vaporetti, Fähr- und Frachtschiffe repariert, nur einen kleinen Teil hält das italienische Militär in Beschlag. Das Einzige, was Touristen von der einst europaweit ersten Fließbandfabrik zu Gesicht bekommen, ist - mit Ausnahme einiger von der Biennale benutzter Hallen - auch heute noch ihr Ingresso di Terra, der von vier Löwen flankierte Landeingang.
Das für seine fein geklöppelten Spitzen (merletti) berühmte Inselchen wirkt mit seinen winzigen, bunt getünchten Häusern, den Kanälchen und Brückchen wie eine Spielzeugversion Venedigs. Beachtenswert: die Kirche San Martino mit dem "Kalvarienberg" des jungen Giambattista Tiepolo. Zu empfehlen ist der Besuch einer der Klöppelspitzenschulen bzw. des Museo del Merletto.
Inmitten von Cannaregio gelegen, wird diesem Bezirk im Bezirk die höchst zweifelhafte Ehre zuteil, allen späteren Ghettos der Welt als eine Art Vorbild gedient zu haben. Es geschah Anfang des 16. Jahrhunderts, dass die über 5000-köpfige, äußerst erfolg- und einflussreiche jüdische Gemeinde vom Senat dieses Viertel als Wohnort zugewiesen bekam. Das Gebiet, dessen Name von den zuvor hier ansässigen getti, den Metallgießereien, abstammt, war praktischerweise von Kanälen eingefasst. Nun versah man es mit Toren und - christlichen - Wächtern und baute "Hochhäuser", die man zu Wucherzinsen an Juden vermietete. Die Bezeichnungen der drei Gebietsteile sind irreführend, denn das 1516 gegründete "neue" Ghetto Nuovo ist 25 Jahre älter als das "alte" Ghetto Vecchio. Das "neueste" Ghetto Novissimo ist das Ergebnis einer um 1630 erfolgten Erweiterung. Sehenswert sind neben dem Museum die im Inneren teilweise prachtvollen Synagogen.
Führungen finden täglich von 10:30 bis 17:30 Uhr (Winter bis 16:30 Uhr) statt, außer an Samstagen und jüdischen Feiertagen. Diese sind auf Italienisch und Englisch, auf Deutsch nach Voranmeldung (Tel. 041 71 53 59), Treffpunkt ist direkt am Museum, www.museoebraico.
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Anleger: Guglie
Karte
Giudecca
Eigentlich besteht diese der Altstadt südlich vorgelagerte Insel aus acht miteinander verbundenen Eilanden. Im Mittelalter lebten hier die aus der Stadt verbannten giudei, die Juden (daher vermutlich der Name). Später bauten reiche Venezianer hier ihre Sommervillen, im 19. Jahrhundert schließlich ließen sich Gewerbe und Industrie nieder. Heute besucht man den verwaltungstechnisch zu Dorsoduro zählenden Stadtteil vor allem der beiden Palladio-Kirchen Redentore und Zitelle wegen. Betuchte Reisende logieren in der Fünf-Sterne-Herberge Cipriani an der Ostspitze. Die seit langem leer stehende ehemalige Kornmühle Mulino Stucky im Westen brannte 2003 teilweise nieder, ist aber im Sommer 2007 als luxuriöses Hilton-Hotel wieder auferstanden.
Berühmt ist der aus fünf Inseln bestehende, seit rund 1400 Jahren besiedelte Ort (heute knapp 7000 Einwohner) wegen seiner Glasindustrie. 1291 sind viele Fabriken wegen der hohen Brandgefahr geschlossen worden. Heute wird in wenigen kleinen Manufakturen noch das exklusive venezianische Glas hergestellt. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb der Besuch in einem der Ateliers sowie im Museo del Vetro. Für Kunstfreunde interessant ist die romanische ehemalige Kathedrale Santi Maria e Donato.
Nahverkehr
Verschiedene Anleger
San Lazzaro degli Armeni
Das unweit des Lido gelegene Eiland diente Venedig jahrhundertelang als Leprastation. Im 18. Jahrhundert bekamen es Mönche des armenischen Mechitharistenordens zu treuen Händen. Deren Kloster, das ein kleines Museum, eine Bildergalerie und eine kostbare Bibliothek besitzt, ist die einzige, aber sehr sehenswerte Attraktion der Insel. Monastero Mekhitarista, Führungen finden täglich von 15:25 bis 17:25 Uhr statt.
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Anleger: San Lazzaro
Torcello
Hier, inmitten der Lagunensümpfe rund 40 vaporetto-Minuten nordöstlich der Altstadt, stand eine Wiege Venedigs: Im Frühmittelalter lebten hier mehr als 20 000 Menschen, sogar ein Bischof hatte auf Torcello seinen Sitz. Heute ist die Insel weitgehend verlassen, ein Ausflugsziel für Melancholiker - und für Kunstfreunde! Denn die über 1000 Jahre alte Kathedrale Santa Maria Assunta (täglich von 10:30 bis 18 Uhr, im Winter bis 17 Uhr) besitzt großartige byzantinische Mosaike, das benachbarte Museo dellEstuario (Dienstag bis Sonntag von 10:30 bis 17 Uhr, Winter bis 16 Uhr) vielerlei interessante Kostbarkeiten aus Torcellos Blütezeit und der römischen Antike. Ein Anlaufpunkt für Gourmets: die Locanda Cipriani (Montag-Abend und Dienstag geschlossen, Tel. 041 73 01 50, €€€) am Ende des Hauptkanals.
Nahverkehr
Anleger: Torcello
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