Ein Flaggschiff der deutschen Sprechkunst. Es erlebte in der Ära Peymann (1989-99) dank erfrischender Kontroversen zwischen dem Prinzipal, Teilen des Ensembles und der Presse sowie dem partiell sehr konservativen Publikum so manchen Sturm und garantiert nach wie vor klassisches und zeitgenössisches Theater auf höchstem Niveau. Guter Buchladen im Foyer!
Das "Haus am Ring" symbolisiert wie sonst höchstens noch der Musikverein Wiens Rang als Musikmetropole. Seit der Eröffnung 1869 standen hier so gut wie alle großen Opernsängerinnen und -sänger der Welt auf der Bühne und Dirigenten am Pult. Nach wie vor wird hier zehn Monate lang, vom 1. September bis 30. Juni, fast täglich ein anderes Werk gegeben. Hausorchester sind die Wiener Philharmoniker.
Die Eintrittspreise sind trotz hoher staatlicher Dauersubventionen beachtlich. Spitzensitze für Premieren kosten bis zu 220 Euro. Nimmt man jedoch Einschränkungen bei der Sicht in Kauf, kommt man auch schon für 7 bis 20 Euro in den Genuss eines festlichen Abends, und für einen Stehplatz sind gar nur 2 Euro aufzubringen. Allerdings müssen Sie bei begehrten Aufführungen damit rechnen, Stunden vor der Kassenöffnung Schlange zu stehen. Besser ist es, seine Wunschkarten im Voraus schriftlich beim Bundestheaterverband zu bestellen. Kurzfristig fündig werden Sie eventuell in den Kartenbüros, die häufig über Restkontingente verfügen. Im Notfall kennen auch die Portiers guter Hotels Mittel und Wege, das Unmögliche möglich zu machen. Neu und bereits höchst erfolgreich: der Zubau auf der Dachterrasse für die Aufführung von Kinderopern!
In diesem 1801 eröffneten Bühnenbau erklang zum ersten Mal Beethovens "Fidelio". Aber auch zahlreiche Sprechstücke von Kleist, Grillparzer, Raimund und Nestroy sowie Operetten von Strauß, Suppé, Millöcker, Zeller, Lehár, Kálmán und anderen wurden hier uraufgeführt. 1945-55 diente es der Staatsoper als Ausweichquartier, danach als Heimstatt für Musicalproduktionen und jeweils Ende Mai/Anfang Juni den Festwochen für Gastspiele. Im Januar 2006, mit Beginn des Mozart-Jahres, wird es dauerhaft zum ganzjährig bespielten Opernhaus umgewidmet.
Die "kleine" Schwester der Staatsoper ist zuständig für Operette, Oper, Musical und Ballett, dabei von beinah gleichwertiger Qualität. Zwischen September und Juni stehen rund 30 verschiedene Produktionen in knapp 300 Aufführungen auf dem Programm. Die Volksoper ist außerdem Wiens einziges Haus, in dem Operetten gegeben werden.
In die Zukunft investiert die Volksoper mit einem besonders kinderfreundlichen Programm, speziellen Kinder-Workshops und Ermäßigungen, Schulprojekten und Führungen, um Kindern den Zugang zur Welt des Musiktheaters zu erleichtern.
In dieser Dependance des Burgtheaters, die sich mit dem gro-ßen Bruder das Ensemble teilt, kommen vor allem Klassiker des 20. Jahrhunderts. und Zeitgenössisches zur Aufführung.
Die Pionierbühne für alle Arten von engagierter Kleinkunst ist in einem alten Vorstadtgasthaus untergebracht. Während der Aufführungen werden Speisen und Getränke serviert.
Erwin Piplits so genanntes Serapionstheater hat sich mit seinen unkonventionellen Inszenierungen, einer Synthese aus Schauspiel, Pantomime, Tanz und Musik, einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Auch Gastspiele.
Ein kulturelles Kuriosum: Boulevardtheater aus dem Stegreif. So dümmlich das im Urwiener Dialekt ausgekleidete Handlungsgerüst ist, so unterhaltsam sind Witz und Spontaneität der Darsteller und die deftigen Reaktionen des Publikums. Nur Juni bis September
Straße:
Maroltingergasse 43
PLZ/Stadt:
Wien
Telefon:
914 54 14
Nahverkehr
us 48 A, Straßenbahn 10, 46 Joachimsthalerplatz
Karte
Theater am Schwedenplatz
Mit gleich bleibend hoher Qualität schreibt sich der genialische Alleinunterhalter Herbert Lederer seit Jahrzehnten literarische Textcollagen auf den Leib, um sie in seinem Einmann-Souterrain-Theater zur Aufführung zu bringen. In den Sommermonaten gibt er sein Programm auf einem Bauernhof im Salzburgischen zum Besten.
Dieser Hort des gepflegten Konversationsstücks und des Boulevardtheaters mit gelegentlichen Ausflügen in Klassik und dramatische Gegenwartsliteratur zeigt zunehmend auch eine Tendenz zu innovativeren Stoffen und Inszenierungen, die bei dem traditionell konservativen Publikum nicht uneingeschränkt ankommen.
Die Kammeroper ist bekannt für ihre frechen, unkonventionellen Inszenierungen mit - noch - wenig bekannten Stimmen. Im Sommer zieht die Truppe regelmäßig nach Schloss Schönbrunn ins Schlosstheater.
Straße:
Fleischmarkt 24
PLZ/Stadt:
Wien
Telefon:
512 01 00 77
Nahverkehr
Straßenbahn 58, Bus 2 A
U-Bahn
U 4 Schwedenplatz, U 4 Schönbrunn
Karte
WUK
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