Hier, unter der Kapuzinerkirche, wurden seit 1632 sämtliche habsburgischen Herrscher und ihre nächsten Angehörigen bestattet. Allerdings ruhen ihre Herzen in der Augustinerkirche und ihre Eingeweide in den Katakomben von St. Stephan. Als letzten Kaiser setzte man 1916 Franz Joseph I. in der Kaisergruft bei. Das letzte Begräbnis fand mit großem Pomp erst 1989 statt, als Kaiserin Zita, die Witwe von Karl I., hier ihre letzte Ruhe fand. Von den 138 Metallsärgen ist Balthasar Ferdinand Molls Doppelsarkophag für Maria Theresia und ihren Gemahl, Franz I. Stephan von Lothringen, der prächtigste. Täglich von 9.30 bis 15.30 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 4 Euro.
Über 3 Millionen Menschen haben auf dem 2,4 km² großen Friedhof seit seiner Eröffnung 1874 ihre letzte Ruhe gefunden. Es heißt, er sei halb so groß wie Zürich und doppelt so lustig.
Kulturhistorisch interessant ist vor allem der Bereich der Ehrengräber. Dort liegen zahlreiche Geistesgrößen bestattet - von Beethoven, Schubert und den beiden Walzer-Sträußen bis Johann Nestroy, Franz Werfel und Helmut Qualtinger. In der weitläufigen und stimmungsvollen israelitischen Abteilung ruhen unter anderen Arthur Schnitzler und Karl Kraus. Sehenswert ist die vom Haupttor (Tor 2) aus leicht erreichbare Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche, ein wuchtiges Werk des Sezessionismus. Ein genauer Friedhofsplan ist am Haupttor erhältlich.
Öffnungszeiten: November bis Februar von 8 bis 17 Uhr, März, April, September und Oktober von 7 bis 18 Uhr, Mai bis August von 7 bis 19 Uhr.
Straße:
Simmeringer Hauptstraße 232-244
Nahverkehr:
Straßenbahn 71 Zentralfriedhof 2
Karte:
Sankt Marx
Wiens einziger erhaltener - und deshalb denkmalgeschützter - Biedermeierfriedhof ist, obwohl von Stadtautobahnen umtost, ein Paradies für Melancholiker. Ein Spaziergang durch die parkähnliche Gedenkstätte mit ihren efeuumwucherten Grabsteinen gleicht einer Zeitreise in das frühe 19. Jahrhundert. Der prominenteste Dauergast heißt Wolfgang Amadeus Mozart. An ihn erinnert ein Grabdenkmal (Nr. 179). Wo genau sein Leichnam am 6. Dezember 1791 verscharrt wurde, ließ sich freilich bis heute nicht klären. Von Juni bis August täglich von 7 bis 19 Uhr, Mai bis September von 7 bis 18 Uhr, Oktober und April von 7 bis 17 Uhr und November bis März von 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet.