Die ehemalige Geheime Hofkanzlei, ein 1717-20 von Johann Lukas von Hildebrandt erbautes, später mehrmals aus- und umgebautes Palais, bildet seit über 250 Jahren das Machtzentrum Österreichs: Hier walteten Maria Theresias Kanzler, Fürst Kaunitz, und Fürst Metternich ihres Amtes. Auch der Wiener Kongress tagte hier 1814/15. Heute ist der barocke Bau Sitz des Bundeskanzlers und Außenministers. Vis-a-vis hat Österreichs Bundespräsident seine Kanzlei.
An diesem Weiheort deutschsprachiger Theaterkultur ist nicht nur interessant, was auf der Bühne geschieht. Auch das 1874-88 nach Plänen Gottfried Sempers und Carl von Hasenauers entstandene Gebäude selbst verdient nähere Betrachtung: seine Fassade im Stil der italienischen Hochrenaissance mit den Kolossalbüsten der Dichtergrößen über den Fenstern sowie das prunkvolle Innere mit den Feststiegen und Pausenräumen und dem 1500 Menschen fassenden Saal. Führungen (etwa 1 Sunde) täglich 15 Uhr, Sonn- und feiertags auch 11 Uhr, Juli/August auch um 14 Uhr.
Auf den sieben Etagen dieses aufwändig renovierten Palais lässt sich eine multimediale und interaktive Reise durch die Welt der Töne unternehmen - von den 1842 hier gegründeten Wiener Philharmonikern bis zum Future Music Blender und vom Ursprung des Klangs bis zu Wiens Komponistenstars und Hyperinstrumenten für Do-it-yourself-Experimente. Täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro.
Die kommunale Wohnanlage der kuriosen Art ist eine Kreation des Malers Friedensreich Hundertwasser, der sich - mit einer Ausnahmegenehmigung der Baubehörden - allen Regeln der Symmetrie und Rechtwinkeligkeit widersetzte und ein viel bestauntes Gesamtkunstwerk schuf. Auf den Dächern und Balkonen wachsen Büsche und Bäume. Die Wände und Böden sind vielfach gekrümmt und die Fassaden kunterbunt bemalt. Aus Rücksicht auf die Bewohner der 50 Wohnungen ist das Haus zumeist nur von außen zu besichtigen. Allen Besuchern zugänglich ist aber Friedensreich Hundertwassers Toilet of Modern Art in der Einkaufspassage Kalke Village, Kegelgasse 37-39.
Das Musterbeispiel für die wegweisenden, sozialen Wohnbauten, mit deren Hilfe Wiens sozialdemokratische Stadtregierung in den 1920er-Jahren die Wohnmisere der Arbeiterklasse nachhaltig linderte. Der 1927-30 nach Plänen von Karl Ehn entstandene Block umfasst 1600 Wohneinheiten. Er wurde vor einiger Zeit gewissenhaft renoviert.
Straße:
Heiligenstädter Straße 82-92/12.-Februar-Platz
PLZ/Stadt:
Wien
Nahverkehr
traßenbahn D, Bus 10 A, 11 A, 39 A 12.-Februar-Platz
Kaum ein Gebäude Wiens hat so viele Kontroversen ausgelöst wie dieses 1911 von Adolf Loos fertig gestellte Wohn- und Geschäftshaus. Das kühne Werk mit edler, aber schlichter Hülle aus grünem Marmor und Glas ist ein Meilenstein auf dem Weg zum funktionalen Baustil des 20. Jahrhunderts.
Ein Augenschmaus für alle Jugendstil-Liebhaber: das von Otto Wagner geschaffene Mietshaus mit seiner Fassade aus wetterfesten Keramikfliesen, auf denen sich farbenfrohe Pflanzenornamente ranken. Das mit filigranem Golddekor überzogene Eckhaus rechts daneben ist ebenfalls ein wagnerscher Entwurf. Dessen Frauenmedaillons stammen von Kolo Moser, dem Mitbegründer der Secession und der Wiener Werkstätten.
Straße:
Linke Wienzeile 38 und 40
PLZ/Stadt:
Wien
U-Bahn
U 4 Kettenbrückengasse
Karte
Neues Rathaus
Der neugotische Prunkbau entstand 1872-83. Hier residieren der Bürgermeister sowie Stadt- und Landesregierung. Das Innere - der Arkardenhof, die Feststiege und der kolossale Festsaal - kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Auf dem fast 100 m hohen Turm wacht der mit Standarte 6 m hohe Rathausmann, eine Art eisernes Riesenmaskottchen, über die Stadt. Vor der mit filigranen Loggien, Balkonen und Spitzbogenfenstern verzierten Hauptfassade werden im Hochsommer auf einer Großleinwand Opern- und Konzertfilme gezeigt. Den Rathauspark zieren zahlreiche Denkmäler. Gratisführungen Montag, Mittwoch und Freitag 13 Uhr (außer an Sitzungs- und Feiertagen).
Der 1873-83 errichtete Bau ist sowohl Sitz des National- als auch des Bundesrats. Mit den antikisierenden Formen und dem Brunnen mit der Weisheitsgöttin Pallas Athene vor der Hauptrampe wollte Theophil Hansen die Einhaltung der griechischen Ideale der Demokratie anmahnen. Im Besucherzentrum (Zugang unter der Rampe) kann man sich kostenlos über die Republiksgeschichte informieren. Führungen Montag bis Freitag stündlich von 10 bis 17 Uhr, Samstags 10 und 11 Uhr (außer an Sitzungs- und Feiertagen).
Mit diesem kühl-eleganten Bau schuf der große Neuerer Otto Wagner, der stets die Einheit von Funktionalität und Schönheit predigte und mit seinen Bauten Wiens Stadtbild prägte, sein Meisterwerk - eine Pionierleistung der modernen Architektur. Sehenswert ist nicht nur die mit Marmor und Granitplatten verkleidete und von zwei Schutzengeln aus Aluminium gekrönte Fassade, sondern auch der glasüberdachte Kassensaal mit seiner bis ins letzte Detail perfekten Inneneinrichtung, die ebenfalls von Wagner stammt.
1897/98 schuf Josef Maria Olbrich für die "Wiener Secession", eine Gruppe avantgardistischer Künstler, die sich soeben von ihrer konservativen, im Künstlerhaus organisierten Kollegenschaft losgesagt hatten, dieses Ausstellungs- und Klubgebäude. Der von einer - einst als "Krautschopf" bespöttelten - Kuppel aus filigranem, vergoldetem Blattwerk bekrönte Bau gilt als ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils. In seinem Untergeschoss kann Gustav Klimts Beethovenfries besichtigt werden. Täglich von 10 bis 18 Uhr, Donnerstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5,50 Euro, 4 Euro für Ausstellungen.
Bei der Einweihung 1869 war das kaiserlich-königliche Hofoperntheater mit seiner Loggia, den seitlichen Arkaden und dem metallenen Tonnendach heftiger Kritik ausgesetzt. In der Zwischenzeit ist der romantisch-historische Bau, der in den letzten Kriegswochen 1945 schwer beschädigt wurde, den Wienern als Symbol ihrer Musikkultur jedoch ans Herz gewachsen. Das Innere mit dem freskenverzierten Treppenhaus, dem Schwind-Foyer, dem Gustav-Mahler- und Marmorsaal und dem Zuschauerraum mit 2276 Plätzen ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen (Zeiten sind am Seiteneingang angeschlagen oder telefonisch zu erfragen).
Seit Ende 2005 informiert das neue Staatsopernmuseum ausführlich über Geschichte und Gegenwart des Hauses (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eingang: Goethegasse 1/Hanuschhof). Außerdem neu: das Café Oper Wien an der Ostseite (täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet).
Straße:
Opernring 2
PLZ/Stadt:
Wien
Telefon:
514 44 26 06
Nahverkehr
Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 59 A,
U-Bahn
U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper
Karte
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